700 Jahre alter Münzschatz in Glottertal enthüllt mittelalterliche Handelsgeheimnisse
Selma Schmiedt700 Jahre alter Münzschatz in Glottertal enthüllt mittelalterliche Handelsgeheimnisse
Ein bemerkenswerter mittelalterlicher Schatz ist in Glottertal, Deutschland, wieder ans Licht gekommen – fast 700 Jahre nach seiner Verbergung. Der Fund besteht aus rund 1.600 Silbermünzen aus dem frühen 14. Jahrhundert und wurde erstmals 1962 bei Bauarbeiten entdeckt. Die Entdeckung gewährt einen seltenen Einblick in das Wirtschaftsleben der Region zu jener Zeit.
Gefunden wurden die Münzen vom ortsansässigen Bewohner Karl Klumpp, als er die Fundamente für ein Haus aushob. Da er ihre historische Bedeutung erkannte, meldete er den Fund den Regierungsbehörden. Der Archäologe Fritz Grünbacher vom Landesamt für Denkmalpflege Freiburg untersuchte die Sammlung später genauer.
Die Münzen wurden zwischen 1320 und 1330 geprägt, die meisten stammen aus Breisach, Zofingen und Freiburg. Andere wurden in Münzstätten in Basel, St. Gallen, Zürich, Laufenburg und Colmar geprägt – Regionen, die heute zu Deutschland, der Schweiz und Frankreich gehören. Ihr damaliger Gesamtwert hätte für etwa 150 Schafe gereicht – eine beträchtliche Summe für diese Zeit. Archäologen bargen am ersten Tag rund 1.000 Münzen. Am Folgetag halfen Metalldetektoren, weitere 600 aufzustöbern. Die Entdeckung wurde später Claus Völker zugeschrieben, dessen sorgfältige Arbeit bei der Ausgrabung sicherstellte, dass die Münzen ordnungsgemäß dokumentiert wurden.
Dieser Fund reiht sich in eine ähnliche Entdeckung aus dem Jahr 2016 in der Schweiz ein, bei der Münzen aus dem 13. Jahrhundert – damals etwa 25 Schafe wert – geborgen wurden. Beide Schatzfunde unterstreichen die reiche Geschichte der Region im Bergbau, Handel und Münzumlauf.
Der Schatz von Glottertal liefert wertvolle Hinweise auf mittelalterliche Münzprägung, den Silberhandel und die wirtschaftliche Aktivität der Gegend. Experten vermuten, dass die Region, die für ihre Bergbauvergangenheit bekannt ist, noch weitere verborgene Schätze bergen könnte. Die Münzen dienen heute als greifbares Zeugnis der Handelsnetzwerke im Europa des 14. Jahrhunderts.
