AfD-Spitzenkandidat Frohnmaier verteidigt Jobs für Familienmitglieder vor Landtagswahl
Gretel BirnbaumNepotismus? Frohnmaier sieht Anti-AfD-Kampagne - AfD-Spitzenkandidat Frohnmaier verteidigt Jobs für Familienmitglieder vor Landtagswahl
Der Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier, hat bestätigt, dass mehrere Familienmitglieder für Parteipolitiker arbeiten. Die Offenlegung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die rechtspopulistische Partei intern über Vetternwirtschaft diskutiert – ausgelöst durch den jüngsten Ausschluss von Jan Wenzel Schmidt aus der Bundestagsfraktion. Frohnmaier betont zwar, dass alle Beschäftigungsverhältnisse rechtmäßig seien, wirft Kritikern jedoch vor, im Vorfeld der Wahl eine "Anti-AfD-Kampagne" zu führen.
Frohnmaiers Ehefrau arbeitet derzeit für Johann Martel, den AfD-Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Odenwald-Tauber. Zuvor war sie bereits für zwei weitere AfD-Abgeordnete in einer parlamentarischen Arbeitsgruppe tätig. Der Kandidat verteidigt ihre Qualifikationen und beschreibt sie als dreisprachig sowie als ausgebildete Journalistin.
Sein Vater arbeitet seit fast einem Jahrzehnt in Teilzeit für Diana Zimmer, die AfD-Bundestagsabgeordnete aus Pforzheim. Zudem war Frohnmaiers Schwester vor etwa zehn Jahren kurzzeitig für einen AfD-Landtagsabgeordneten im baden-württembergischen Parlament beschäftigt. Zwar gibt es in der Partei seit Längerem Vorwürfe wegen Vetternwirtschaft – insbesondere im Landesverband Sachsen-Anhalt –, doch ist nicht bekannt, wie viele AfD-Mitglieder in Baden-Württemberg Angehörige Frohnmaiers beschäftigen oder welche genauen Aufgaben diese wahrnehmen.
Frohnmaier weist alle Vorwürfe von sich und betont, er sei stolz auf das Engagement seiner Familie für die AfD und die Region. Die Debatte sei ein Versuch, vor der Wahl einen Skandal zu konstruieren, heißt es. Gleichzeitig versichert er, dass alle Einstellungen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.
Die Diskussion flammt auf, nachdem die AfD Schmidt ausgeschlossen hatte, der die interne Debatte über Vetternwirtschaft ausgelöst hatte. Frohnmaier hält die Beschäftigung seiner Familienmitglieder für legal und transparent. Das Thema dürfte bis zur Landtagswahl weiter für Streit sorgen.
