15 April 2026, 06:20

AfD zerrissen: Machtkampf um Außenpolitik spaltet die Partei tief

Gemälde, das eine Schlachtenszene mit Soldaten in Militäruniformen zeigt, einige halten Gewehre, und deutscher Text "Sturm der Russen auf Przemysl" unten.

AfD zerrissen: Machtkampf um Außenpolitik spaltet die Partei tief

Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik spaltet die rechtspopulistische AfD in Deutschland. Die Auseinandersetzung entzweit Mitglieder, die für engere Bindungen an die USA eintreten, und solche, die einen Abzug der amerikanischen Truppen aus Deutschland fordern. Aktuelle Konflikte haben tiefe Gräben offenbart und sorgen für Befürchtungen, die Partei könnte vor einer Spaltung stehen.

Der Streit eskalierte, nachdem der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla den Abzug der US-Truppen aus Deutschland gefordert hatte. Seine Äußerung löste umgehend Widerspruch aus – unter anderem vom Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah, der sich öffentlich gegen den Vorstoß stellte. Krah argumentierte, Deutschland brauche "starke Partner", und widersprach damit direkt Chrupallas Position.

Die internen Spannungen haben sich seitdem weiter zugespitzt. Rüdiger Lucassen, verteidigungspolitischer Sprecher der AfD, warf der von Björn Höcke angeführten prorussischen Fraktion vor, ihn aus der Partei drängen zu wollen. Lucassen, ein entschiedener Befürworter westlicher Bündnisse, war zuvor in die Kritik geraten, nachdem er Russland als größte Bedrohung für die NATO bezeichnet hatte.

Die Parteiführung unter Chrupalla und Alice Weidel hat sich bisher nur schwer von Martin Sellners umstrittenem "Remigrations"-Plan distanzieren können. Sellners Vorhaben, das auch deutsche Staatsbürger betreffen könnte, hat die Debatte über die Verfassungsmäßigkeit der AfD weiter angeheizt.

Für zusätzliche Reibung sorgte der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck, der während des Iran-Konflikts eine pramerikanische Pressemitteilung verfasst hatte. Die Parteispitze blockierte deren Veröffentlichung – ein Schritt, der die Frustration im prowestlichen Flügel der AfD weiter verstärkte.

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Die Außenpolitik ist seit jeher ein Zankapfel in der AfD. Seit ihrer Gründung ringt die Partei mit den Gegensätzen zwischen prorussischen Sympathisanten und den Verfechtern einer engeren Anbindung an die USA.

Nun wächst die Gefahr einer inneren Zerrissenheit. Chrupallas Forderung nach einem Truppenabzug hat die Konflikte verschärft, während Lucassens Warnungen vor einer "Säuberung" den Machtkampf in der Partei offenlegen. Ungewiss bleibt, in welche Richtung sich die AfD entwickeln wird, während unterschiedliche Visionen über Deutschlands globale Bündnisse aufeinanderprallen.

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