03 February 2026, 12:14

Baden-Württemberg erklärt Wölfe für jagdbar – trotz Warnungen von Naturschützern

Ein Plakat mit verschiedenen Tieren, darunter ein Biber, und begleitendem Text über die Tiere.

Forscher bestätigen: Weniger Jagd schützt mehr - Baden-Württemberg erklärt Wölfe für jagdbar – trotz Warnungen von Naturschützern

Baden-Württemberg sorgt mit Wölfen auf der Jagdliste für Aufsehen

Mit einem neuen Erlass hat Baden-Württemberg Wölfe auf die Liste der jagdbaren Tiere gesetzt – eine Entscheidung, die trotz Warnungen von Wissenschaftlern und Naturschützern vor möglichen Schäden für Ökosysteme und Nutztiere getroffen wurde. Bisher gibt es im Land keine etablierten Wolfsrudel; 2023 wurden lediglich vier sesshafte Wölfe registriert.

Die Einstufung der Wölfe als jagdbar durch den Landwirtschaftsminister stößt auf scharfe Kritik. Die Naturschutzorganisation NABU bezeichnet die Maßnahme als rechtswidrig und populistisch. Forscher argumentieren zudem, dass die Bejagung von Wölfen zu mehr Angriffen auf Nutztiere führen könnte, da die verbleibenden Tiere oft mutiger werden.

Auch andere geschützte Arten wie Biber und Saatkrähen sind von den Lockerungen betroffen. Die grün-schwarze Koalition hatte kürzlich per Verordnung die Bedingungen für die Biberbejagung erleichtert. Studien zeigen jedoch, dass Biber eine entscheidende Rolle bei der Renaturierung von Flüssen und Feuchtgebieten spielen, während Wölfe durch die Regulierung von Rehbeständen zur Verjüngung der Wälder beitragen.

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Wissenschaftler aus Baden-Württemberg warnen, dass die Bejagung dieser Arten Ökosysteme stört, ohne Konflikte zu lösen. Herdenschutzhunde, Zäune und Biberlenkungssysteme hätten sich als deutlich wirksamer erwiesen. Zudem führe die Tötung geschützter Tiere oft nicht zu einer nachhaltigen Reduzierung der Bestände, da sich die Populationen schnell erholen.

Die neuen Jagdregeln sehen zudem bürokratische Hürden für notwendige Entnahmen vor. Gleichzeitig bleibt der Wolfsbestand im Land minimal – trotz bundesweitem Wachstum gibt es keine ansässigen Rudel.

Die Debatte über die Jagdverordnung hält an, wobei Naturschützer und Forscher die Änderungen ablehnen. Alternative Konfliktlösungen wie Zäune und Schutztiere erweisen sich weiterhin als erfolgreicher. Die langfristigen Auswirkungen auf Wildtiere und Landwirtschaft hängen davon ab, wie diese Politik umgesetzt wird.