06 March 2026, 06:12

Baden-Württemberg revolutioniert Landtagswahl 2025 mit neuem Wahlrecht und Zweistimmensystem

Ein Plakat mit einer Karte der Vereinigten Staaten in Blau-, Grün- und Gelbtönen mit der fett gedruckten Schrift "Wähle für die Frauenwahlrecht" in der Mitte.

Baden-Württemberg revolutioniert Landtagswahl 2025 mit neuem Wahlrecht und Zweistimmensystem

Baden-Württemberg bereitet sich auf einen historischen Wandel bei der Landtagswahl 2025 vor

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Ab dem 8. März tritt ein neues Wahlrecht in Kraft, das das Wahlalter auf 16 Jahre senkt und ein Zweistimmensystem einführt. Mit diesen Reformen will das Land den Wahlprozess vereinfachen und sich an den Bund angleichen.

Mit über 7,7 Millionen Wahlberechtigten – darunter rund 650.000 Erstwählerinnen und Erstwähler – wird die anstehende Wahl die größte in der Geschichte des Bundeslandes. Doch bei der letzten Wahl lag die Wahlbeteiligung bei nur 63,8 Prozent, was bedeutet, dass mehr als ein Drittel der Stimmberechtigten der Urne fernblieb.

Bisher gaben die Wählerinnen und Wähler eine einzige Stimme ab, doch die Sitzverteilung folgte einem komplizierten Verfahren. Wahlkreise bestimmten Überhang- und Ausgleichsmandate, was zu einem übergroßen Parlament mit 154 statt der vorgesehenen 120 Abgeordneten führte. Einige Regionen waren dadurch überrepräsentiert, was zu Ungleichgewichten führte.

Das neue Gesetz ersetzt dieses System durch ein Zweistimmensystem, ähnlich den Bundestagswahlen. Künftig wählen die Bürgerinnen und Bürger sowohl eine Direktkandidatin oder einen Direktkandidaten als auch eine Partei, was die Sitzvergabe vereinfacht. Allerdings warnen Expertinnen und Experten, dass taktisches Wählen das nächste Parlament auf 180 bis 220 Abgeordnete anwachsen lassen könnte.

Insgesamt treten 1.184 Kandidatinnen und Kandidaten an, davon sind etwa 33 Prozent Frauen. Die jüngsten Bewerber – beide 18 Jahre alt – stammen von der Linkspartei. Zwar können Listen Haupt- und Ersatzkandidaten umfassen, doch diese Regelung wird voraussichtlich kaum genutzt werden.

Die Reformen bedeuten einen Bruch mit Baden-Württembergs bisher einzigartigem Einstimmensystem. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Änderungen die Wahlbeteiligung steigern – insbesondere unter jungen Menschen –, nachdem bei der letzten Wahl ein großer Teil der Wahlberechtigten nicht zur Wahl ging.

Die Wahl 2026 wird zeigen, ob die neuen Regeln für mehr Teilhabe und Gerechtigkeit sorgen. Mit einem größeren Elektorat und einem vereinfachten Wahlverfahren will das Land frühere Ungleichgewichte verringern. Das Ergebnis wird nicht nur über die nächste Regierung entscheiden, sondern auch über die künftige Größe und Zusammensetzung des Landtags.

Quelle