Baden-Württemberg setzt auf Wälder als natürliche Wasserspeicher – warum andere Bundesländer zögern
Oswin BolanderBaden-Württemberg setzt auf Wälder als natürliche Wasserspeicher – warum andere Bundesländer zögern
Wälder spielen eine entscheidende Rolle bei der Wasserregulierung und der Kühlung der Luft – doch nur wenige Regionen in Deutschland nutzen diese Vorteile gezielt. Während Baden-Württemberg Pilotprojekte gestartet hat, um die Wasserspeicherung in Wäldern zu verbessern, ist kein anderes Bundesland diesem Beispiel gefolgt. Experten warnen, dass die Anpassung der Wälder an den Klimawandel dringender denn je ist.
Wälder fungieren als natürliche Wassermanager: Ihr Boden wirkt wie ein Schwamm, der Regen aufnimmt und langsam wieder abgibt, um Überschwemmungen und Erosion zu verhindern. Das Wasser sickert durch die Bodenschichten und tritt später als sauberes Grundwasser zutage. Gleichzeitig tragen Bäume zur Wolkenbildung bei und fördern lokale Niederschläge, während ihre Blätter durch Verdunstung die Luft abkühlen – eine willkommene Erfrischung an heißen Sommertagen.
Besonders Mischwälder regulieren den Wasserhaushalt effektiver. Laubbäume lassen im Winter mehr Regen und Schnee bis zum Boden durchdringen, anders als dichte Nadelbaum-Bestände. Doch zunehmende Dürren und Extremregen gefährden diese Systeme. Um die Widerstandsfähigkeit zu stärken, erprobt die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg neue Ansätze: Sie optimiert die Entwässerung entlang von Waldwegen, speichert Oberflächenabfluss zeitweilig und renaturiert Gewässer in Wäldern.
Trotz dieser Fortschritte hat kein anderes Bundesland ähnliche Maßnahmen umgesetzt. Die Pilotprojekte bleiben einzigartig – es gibt keine dokumentierten Pläne, das Modell anderswo zu übernehmen.
Die Initiativen in Baden-Württemberg zeigen, wie Wälder so bewirtschaftet werden können, dass sie Klimaveränderungen besser standhalten. Ohne eine breitere Umsetzung bleibt das Potenzial, die Wasserspeicherung und Kühlfunktion zu verbessern, jedoch ungenutzt. Bislang stehen die Maßnahmen des Landes als einzige praktische Antwort auf den wachsenden Umweltdruck.






