Baden-Württemberg setzt auf Wasserstoffimporte für die Energiezukunft
Gretel BirnbaumBaden-Württemberg setzt auf Wasserstoffimporte für die Energiezukunft
Baden-Württemberg wird bei der Deckung seines künftigen Energiebedarfs auf Wasserstoffimporte angewiesen sein. Zu diesem Schluss kommt die Importstudie "H2BW" des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), die auf die begrenzten Kapazitäten der regionalen Produktion hinweist. Energieministerin Thekla Walker bestätigte, dass Übersee- und grenzüberschreitende Lieferungen eine zentrale Rolle beim Ausbau der Wasserstoffnutzung spielen werden.
Die Studie untersucht zudem, wie gasförmiger Wasserstoff, flüssiger Wasserstoff sowie Derivate wie Ammoniak und Methanol effizient transportiert werden könnten.
Das Land hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die eigene Produktion von grünem Wasserstoff zu steigern. So wurde das neue Förderprogramm "ELY" mit einem Volumen von 100 Millionen Euro aufgelegt, um die regionale Erzeugung zu unterstützen. Dennoch bleiben die Kosten für lokal produzierten Wasserstoff hoch – sie werden auf 3,40 bis 3,80 Euro pro Kilogramm geschätzt.
Um Versorgungslücken zu schließen, benennt die Studie acht potenzielle Importpartner: Ostkanada, Algerien, Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Norwegen, Finnland, Schottland und Spanien. Die Forscher verglichen verschiedene Transportmethoden, darunter Pipelines, Wasserwege und Schiffsrouten. Langfristig erwiesen sich Pipelines als die kostengünstigste Lösung mit prognostizierten Kosten von 2,40 bis 4,30 Euro pro Kilogramm bis zum Jahr 2040.
Der Schiffsverkehr bietet hingegen mehr Flexibilität und ermöglicht es Baden-Württemberg, seine Energieträger und Bezugsquellen zu diversifizieren. Die Studie betont zudem, dass die begrenzte Verfügbarkeit von Flächen die lokale Produktion einschränkt – Importe seien daher unverzichtbar, um die Nachfrage zu decken.
Die Ergebnisse bestätigen, dass Baden-Württemberg auf eine Kombination aus eigener Produktion und Importen angewiesen sein wird, um seine Wasserstoffversorgung zu sichern. Da Pipelines langfristig die wirtschaftlichste Lösung darstellen, konzentriert sich die Region nun auf den Aufbau zuverlässiger Handelsrouten. Die nächsten Schritte umfassen die Verhandlung von Partnerschaften mit den identifizierten Ländern sowie den Ausbau der Transportinfrastruktur.






