25 December 2025, 18:23

Baden-Württemberg verbietet Messer im Nahverkehr – selbst Buttermesser sind tabu

Eine belebte Straßenszene mit vielen Menschen, darunter Schulmädchen in Uniformen mit Jacken, einige halten ein Schild, andere fahren Fahrräder mit Helmen, mit einem Tor, Zaun, Gebäuden und Bäumen im Hintergrund.

Strobl: "Keine Socken brauchen ein Messer in der Schule" - Baden-Württemberg verbietet Messer im Nahverkehr – selbst Buttermesser sind tabu

Baden-Württemberg führt striktes Messerverbot im öffentlichen Nahverkehr ein

In Baden-Württemberg ist ein strenges Messerverbot für den gesamten öffentlichen Nahverkehr in Kraft getreten – einschließlich Busse, Züge, Regionalbahnen und Fähren. Die neue Regelung, die von Innenminister Thomas Strobl unterstützt wird, untersagt selbst stumpfe Buttermesser und Schweizer Taschenmesser. Ausnahmen gelten nur für Rettungskräfte und Jäger.

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Minister Strobl verteidigte die Maßnahme als sinnvolle und wirksame Strategie zur Reduzierung von Messergewalt. Er gab zu, in seiner eigenen Schulzeit gelegentlich Unfug getrieben zu haben, betonte aber: „Wir hatten niemals Messer dabei.“ Seine Haltung zu Schulen bleibt klar: „Kein Kind braucht in der Schule ein Messer“, erklärte er, lehnt jedoch ein pauschales Verbot ab und plädiert stattdessen für Verhältnismäßigkeit.

Das Verbot erstreckt sich nicht auf Privatwohnungen, wo Strobl einräumte, dass Behörden den Besitz von Messern nicht unterbinden können. Dennoch verwies er darauf, dass auch im häuslichen Umfeld waffenbezogene Straftaten vorkommen. Trotzdem zeigte er sich überzeugt, dass die Beschränkungen im Nahverkehr dazu beitragen werden, messerbezogene Vorfälle zu verringern. Ein aktueller Fall verdeutlicht die Komplexität des Themas: An der Steingarten-Grundschule in Donzdorf nutzten Schüler der Klassen 1a, 1b und 1c am 18. und 23. Oktober 2024 unter Aufsicht ihrer Lehrer Messer, um Äpfel für die Apfelsaftherstellung zu schälen. Die Aktivität war Teil einer thematischen Unterrichtseinheit rund um den Apfel.

Das neue Gesetz markiert einen deutlichen Kurswechsel in der öffentlichen Sicherheitspolitik Baden-Württembergs. Während Messer in kontrollierten Bildungskontexten weiterhin erlaubt bleiben, sind sie im öffentlichen Nahverkehr nun strikt verboten. Die Behörden werden in den kommenden Monaten die Auswirkungen des Verbots auf messerbezogene Straftaten genau beobachten.