Baden-Württembergs Weinbau wird grüner: Neue Förderungen für nachhaltige Rebflächen
Sandro GuteBaden-Württembergs Weinbau wird grüner: Neue Förderungen für nachhaltige Rebflächen
Weinbau in Baden-Württemberg im Wandel: Neue Fördermaßnahmen für mehr Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit
Der Weinbau in Baden-Württemberg steht vor einem Wandel: Mit neuen Förderprogrammen sollen Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Die jüngsten Anpassungen im Rahmen der GAP 2023–2027 (Gemeinsame Agrarpolitik) führen gezielte Unterstützungsmaßnahmen für Weingüter ein – mit besonderem Fokus auf Bodengesundheit und Artenvielfalt. Eine zentrale Neuerung ist die Initiative "Brache im Weinbau im Turnus", die darauf abzielt, Flächen zu regenerieren und gleichzeitig das ökologische Gleichgewicht zu wahren.
Die neue Maßnahme, unter der Kennung E16 im FAKT-II-Programm geführt, richtet sich an gerodete Weinbergflächen, die nicht mehr bewirtschaftet werden. Voraussetzung für die Förderung ist, dass diese Flächen ursprünglich eine Pflanzerlaubnis für den Weinbau besaßen und mit einer speziellen mehrjährigen Blühmischung (M3 ) eingesät werden. Die Aussaat muss bis zum 15. Mai oder im Spätsommer/Herbst des Vorjahres erfolgen, wobei eine Saatgutdichte von 10 bis 12 Kilogramm pro Hektar einzuhalten ist.
Nach der Einsaat sind regelmäßige Pflegearbeiten vorgeschrieben: Ab dem zweiten Jahr muss mindestens alle zwei Jahre gemulcht oder gemäht werden – allerdings außerhalb der Brutzeit bodennistender Vögel und spätestens bis zum 16. November. Der Einsatz von Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln ist nach der Aussaat strikt verboten.
Die Förderung beträgt 2.500 Euro pro Hektar. Anträge werden über das FIONA-System im Rahmen des Einheitlichen Antragsverfahrens abgewickelt. Weingüter können jährlich bis zu drei Hektar beantragen, wobei jede Fläche mindestens 0,01 Hektar groß sein muss. Die Mindestfördersumme pro Betrieb liegt bei 250 Euro, und alle Anträge müssen bis zum 31. Mai des jeweiligen Antragsjahres eingereicht werden.
Aktuelle Daten des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg zeigen einen leichten Rückgang der Weinbauflächen: Bis 2025 war die genehmigte Anbaufläche auf 25.822 Hektar gesunken – ein Minus von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Trend unterstreicht den Wandel in der regionalen Weinbaustrategie, die zunehmend Produktion und Umweltschutz in Einklang bringt.
Das erweiterte FAKT-II-Programm und die GAP-Maßnahmen 2023–2027 bieten Winzern finanzielle Anreize, um nachhaltige Praktiken zu übernehmen. Durch die Förderung von Bodenregeneration und Biodiversität sollen die Weinberge Baden-Württembergs langfristig gesund bleiben. Geförderte Betriebe können so nicht nur von finanzieller Unterstützung profitieren, sondern leisten auch einen Beitrag zu übergeordneten ökologischen Zielen.






