Bavaria Film spaltet sich auf – ein historischer Einschnitt für das Münchner Traditionsunternehmen
Sandro GuteBavaria Film spaltet sich auf – ein historischer Einschnitt für das Münchner Traditionsunternehmen
Bavaria Film, das traditionsreiche Film- und Fernsehproduktionsunternehmen, steht vor einer Aufspaltung in zwei eigenständige Gesellschaften. Die Entscheidung markiert einen tiefgreifenden Wandel für das Münchner Unternehmen, das durch Klassiker wie Das Boot und Die unendliche Geschichte bekannt wurde. Aktionäre und Aufsichtsrat haben den Umstrukturierungsplan bereits gebilligt.
Das Unternehmen wird in zwei unabhängige Bereiche aufgeteilt: Einer konzentriert sich auf die Produktionsaktivitäten, der andere übernimmt die Verwaltung von Immobilien und Studiobetrieben. Julia Reuter, eine der beiden Geschäftsführerinnen, ist überzeugt, dass die Neuordnung der Produktionssparte zu mehr Effizienz und einer klareren Ausrichtung verhelfen wird.
Das 28 Hektar große Gelände in Geiselgasteig südlich von München bleibt vorrangig ein Medienstandort. Dennoch wurde ein Makler beauftragt, neue Investoren für die Immobilienabteilung zu finden. Die offizielle Vermarktung an potenzielle Käufer soll im Sommer starten, doch die Suche läuft bereits.
Bavaria Film verzeichnete für das Jahr 2025 einen Umsatz von 308 Millionen Euro bei einem Gewinn von 8 Millionen Euro. Zu den Anteilseignern zählen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten WDR, SWR, MDR und BR sowie der Freistaat Bayern über seine Landesentwicklungsbank LfA.
Die Aufteilung stellt einen historischen Einschnitt für Bavaria Film dar. Während die Produktionssparte ihre Abläufe straffen will, sucht der Immobilienbereich nach frischem Kapital. Das filmische und Fernseh-Erbe des Unternehmens wird unter der neuen Struktur fortgeführt.






