Berliner Bündnis kämpft gegen rechtsextremes Portal Nius in Kreuzberg
Selma SchmiedtBerliner Bündnis kämpft gegen rechtsextremes Portal Nius in Kreuzberg
Neues Protestbündnis gegen das rechtsextreme Portal "Nius" in Berlin-Kreuzberg gestartet
Rund 250 Menschen versammelten sich in einem Lokal im Berliner Stadtteil Kreuzberg, um über Gegenstrategien gegen die Kampagnen des umstrittenen Portals zu diskutieren. Die Veranstaltung verlief trotz vorheriger Befürchtungen, es könnte zu Störungen durch Anhänger oder Mitarbeiter von Nius kommen, ohne Zwischenfälle.
Der Austausch fand im Dragonerareal statt, wo Aktivist:innen und Redner:innen die wachsende Einflussnahme von Nius thematisierten. Viele bezeichneten die Plattform als "digitale Pranger", die sich als Journalismus tarne, während sie gezielt Vorurteile schüre und Hetzkampagnen gegen Einzelne führe. Betroffene berichteten von massiven Hasswellen – von Gewaltandrohungen bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen.
Nius hatte im Vorfeld versucht, die Glaubwürdigkeit der Initiative "Nein zu Nius" zu untergraben, indem es diese als "linksradikal" und "steuerfinanziert" diffamierte. Trotz seiner vergleichsweise geringen Reichweite inszeniert das Portal regelmäßig Empörungskampagnen – etwa gegen die vorgeschlagene Berufung der Richterin Frauke Brosius-Gersdorf ans Bundesverfassungsgericht.
Bei der Diskussion wurden verschiedene Ansätze erörtert, um rechtsextremen Medien entgegenzutreten: Dazu zählen die Unterstützung betroffener Gruppen, die Mobilisierung gegen Tech-Konzerne sowie die Entlarvung sogenannter "Bullshit-Generatoren" wie KI-Tools. Zudem kündigte das Bündnis an, vor den Nius-Büros in der Ritterstraße in Kreuzberg künftig regelmäßig zu protestieren.
Hinter Nius steht finanziell der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Spitze pflegt. Zudem gibt es Verbindungen zur rechtsextremen AfD, was weitere Fragen nach der politischen Agenda des Portals aufwirft.
Das Protestbündnis hat sich nun offiziell formiert und plant weitere Aktionen gegen Nius. Die Organisator:innen wollen die Arbeit der Plattform stören und diejenigen schützen, die von ihren Kampagnen ins Visier genommen werden. Der erfolgreiche Auftakt der Veranstaltung deutet auf wachsenden Widerstand gegen rechtsextreme Medieneinflussnahme in Berlin hin.






