23 March 2026, 06:13

Bildungspaket in Baden-Württemberg: Warum nur jedes sechste Kind profitiert

Plakat mit dem Text "Brauchen die Armen die Hilfe ihrer Kinder?" neben passenden Bildern.

Bildungspaket in Baden-Württemberg: Warum nur jedes sechste Kind profitiert

Nur wenige Kinder in Baden-Württemberg profitieren vom Bildungs- und Teilhabepaket

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Lediglich jedes sechste anspruchsberechtigte Kind im Land erhält die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket – viele bleiben damit ohne Zugang zu wichtigen Freizeitangeboten. Kritiker bemängeln, dass übermäßige Bürokratie Familien davon abhält, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Die Inanspruchnahme der Leistungen fällt im Land sehr unterschiedlich aus: Im Landkreis Emmendingen erhalten nur 11,7 Prozent der berechtigten Kinder Unterstützung, im Breisgau-Hochschwarzwald sind es 15,1 Prozent, in Lörrach 12,0 Prozent. Deutlich besser schneidet Freiburg ab, wo 44,2 Prozent der Kinder die Förderung nutzen. Spitzenreiter ist der Rems-Murr-Kreis mit einer Quote von 84,1 Prozent.

Die Regeln variieren je nach Wohnort der Familien. Manche Kommunen bieten Nachhilfe über Schulen an, andere setzen auf externe Anbieter. Anspruchsberechtigt sind Bezieher von Bürgergeld, Sozialhilfe oder Wohngeld – doch der Weg zur Leistung ist mit Hürden verbunden. Bürgergeld-Empfänger müssen sich an das örtliche Jobcenter wenden, andere an die kommunalen Ämter. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg warnt, dass diese Hindernisse viele Kinder von Sport, Musik und Freizeitaktivitäten ausschließen.

Bundesweit sieht die Bilanz noch düsterer aus: Insgesamt 83,6 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder gehen leer aus. Der Verband fordert nun ein vereinfachtes System und plädiert für pauschale Zahlungen an Familien statt komplizierter Antragsverfahren.

Das aktuelle System schafft ungleiche Chancen – abhängig von Wohnort und Verwaltungsaufwand. Da die Mehrheit der berechtigten Kinder keine Unterstützung erhält, wächst der Druck auf eine Reform. Der Verband betont, dass eine Entbürokratisierung sicherstellen würde, dass mehr Familien die Hilfen auch tatsächlich erhalten.

Quelle