BioNTech übernimmt CureVac für 1,25 Milliarden Dollar – ein Biotech-Deal mit Folgen
Oswin BolanderBioNTech übernimmt CureVac für 1,25 Milliarden Dollar – ein Biotech-Deal mit Folgen
BioNTech übernimmt CureVac in einem Deal im Wert von rund 1,25 Milliarden Dollar
Die Übernahme markiert das Ende von CureVacs Unabhängigkeit und folgt auf Jahre finanzieller Schwierigkeiten nach den gescheiterten COVID-19-Impfstoffstudien des Unternehmens. Die deutschen Behörden, die CureVac während der Pandemie unterstützt hatten, haben den Deal nun genehmigt.
Der Kauf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem CureVacs Umsätze im zweiten Quartal um 92 Prozent eingebrochen sind – auf nur noch 1,2 Millionen Euro. Das Unternehmen, das während der Pandemie zeitweise über 20 Milliarden Euro wert war, kommt heute auf eine Marktkapitalisierung von etwa 888 Millionen Euro – ein Rückgang von mehr als 95 Prozent. Trotz dieser Rückschläge verbesserte eine kürzliche Einigung in einem Patentstreit die finanzielle Lage von CureVac um 740 Millionen Dollar, noch vor der Übernahme.
BioNTech wird CureVac vollständig integrieren, einschließlich des Produktionsstandorts in Tübingen, und damit seine eigenen Forschungskapazitäten ausbauen. Die Transaktion erfolgt als reine Aktientauschvereinbarung, bei der CureVac-Aktionäre im Gegenzug BioNTech-Anteile erhalten. Ein zentraler Beweggrund für die Übernahme ist CureVacs Krebsforschung, insbesondere ein vielversprechender Impfstoffkandidat gegen Glioblastom, der BioNTech besonders interessiert.
Die Übernahme, die Monate vor dem geplanten Abschluss im März 2026 angekündigt wurde, soll noch vor Jahresende finalisiert werden. Die beiden Unternehmen verbindet eine lange Geschichte: CureVacs frühe Rückschläge bei der Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen trugen indirekt zum späteren Erfolg von BioNTech mit seinem eigenen COVID-19-Impfstoff bei.
CureVac, einst ein gefeiertes Biotech-Unternehmen, wird künftig unter dem Dach von BioNTech agieren. Die Fusion vereint CureVacs Produktionsstätten und Krebsforschung mit den umfangreichen Ressourcen von BioNTech. Der Deal soll vor 2027 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der letzten regulatorischen Schritte.






