Bodensee-Region beschließt umstrittenen Windkraft-Ausbau mit 160 neuen Anlagen

Oswin Bolander
Oswin Bolander
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Ein Plakat mit Text und Bildern von Windr├Ądern, das den Fortschritt der sauberen Energie- und Offshore-Windindustrie in Amerika unter der├č├Ądministration von Pr├Ąsident Biden hervorhebt.Oswin Bolander

Bodensee-Region beschließt umstrittenen Windkraft-Ausbau mit 160 neuen Anlagen

Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben hat einen Teilenergieplan zur Ausweitung der Windkraft in drei Landkreisen verabschiedet. Die Entscheidung fiel nach monatelangen Diskussionen und stößt auf breite Unterstützung der großen Parteien, aber auch auf heftigen Widerstand von Protestierenden und Teilen der Politik. Der Plan sieht Vorranggebiete für bis zu 160 Windräder vor, doch die genauen Standorte und Bauzeitpläne stehen noch nicht fest.

Die Versammlung stimmte mit großer Mehrheit für den Plan, der von CDU, SPD, Grünen und Freien Wählern getragen wird. Nach den neuen Regelungen sollen 1,85 Prozent der Regionalfläche – leicht über dem Bundesziel von 1,8 Prozent – für Windenergieanlagen ausgewiesen werden. Mehr als die Hälfte dieser Flächen entfällt auf den Landkreis Sigmaringen, 39 Prozent liegen in Ravensburg und nur vier Prozent im Bodenseekreis.

Widerstand kam von der AfD, deren Vertreter Hans-Peter Baur die Windräder als "Vogel- und Insektenhäcksler" bezeichnete und das Planungsverfahren kritisierte. Vor dem Treffen in Leutkirch demonstrierten rund 100 Menschen mit Parolen und Transparenten gegen die Windkraft. Ein besonders lautstarker Gegner verließ die Sitzung vorzeitig aus Protest.

Die Grünen unterstützten den Plan, äußerten aber Bedenken wegen verkleinerter Vorranggebiete durch Denkmalschutz und Flugbeschränkungen. Umstritten sind auch konkrete Standorte wie der Altdorfer Wald und Flächen bei Bad Waldsee. Die SPD lehnte Forderungen ab, eine 90 Hektar große Zone bei Vogt zu verkleinern, und behielt sie im endgültigen Entwurf bei.

Bisher gibt es nur für ein Gebiet – das Hochbühl bei Owingen/Überlingen – einen konkreten Zeitplan. Der Projektierer ABO Energy hat ein verbindliches Angebot für 2026 vorgelegt; mit Verträgen, Genehmigungen und einer möglichen Inbetriebnahme wird bis 2030 oder 2031 gerechnet. Keine weiteren Anlagen befinden sich derzeit im Bau oder im Genehmigungsverfahren.

Der beschlossene Plan ebnet den Weg für den Ausbau von Windparks, doch die meisten Projekte stecken noch in den Anfängen. Da nur das Hochbühl-Projekt zeitlich feststeht, hängt der weitere Fortschritt von Verträgen, Genehmigungen und der anhaltenden politischen Debatte ab. Die Entscheidung zeigt sowohl das regionale Engagement für erneuerbare Energien als auch die anhaltenden Konflikte bei deren Umsetzung.

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