Bosch streicht 22.000 Jobs in Deutschland – trotz leichtem Wachstum im Zuliefergeschäft
Selma SchmiedtVertrag von Bosch-Chef Hartung verlängert - Bosch streicht 22.000 Jobs in Deutschland – trotz leichtem Wachstum im Zuliefergeschäft
Bosch hat massive Stellenstreichungen in seinen deutschen Standorten angekündigt, während das Unternehmen gleichzeitig ein bescheidenes Wachstum in seinem Kerngeschäft als Zulieferer prognostiziert. Bis 2030 soll die Belegschaft im Mobilitätsbereich um 22.000 Stellen abgebaut werden – das betrifft jeden fünften Arbeitsplatz des Konzerns in Deutschland. Gleichzeitig rechnet Bosch in diesem Jahr in seinem größten Geschäftssegment mit einem Umsatzplus von knapp zwei Prozent.
Die Zulieferersparte, die mehr als 60 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, bleibt der wichtigste Bereich des Unternehmens. Dennoch sehen die Umstrukturierungsmaßnahmen den Abbau von 2.400 Stellen in der BSH-Hausgerätesparte sowie die Schließung des Werks für Elektrowerkzeuge in Leinfelden vor. Diese Veränderungen erfolgen vor dem Hintergrund einer globalen Belegschaft von rund 412.400 Mitarbeitenden Ende 2025, wobei etwa 30 Prozent davon auf Deutschland entfallen.
Stefan Hartung, der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung, erhielt eine Vertragsverlängerung bis 2031. Der promovierte Maschinenbauingenieur führt das Unternehmen seit fast vier Jahren. Seine erneute fünfjährige Amtszeit fällt mit den laufenden Restrukturierungsbemühungen des Konzerns zusammen.
In Deutschland, wo Bosch etwa 123.100 Beschäftigte zählt, ging die Mitarbeiterzahl 2025 um fünf Prozent zurück. Die aktuellen Stellenstreichungen spiegeln einen größeren Wandel in der regionalen Verteilung der Arbeitsplätze wider, mit einer abnehmenden Konzentration in Europa.
Bis 2030 wird Bosch seine Belegschaft in Deutschland deutlich reduzieren, während das Zuliefergeschäft weiter langsam wächst. Unter Hartungs verlängertem Vertrag bleibt die Unternehmensführung stabil, doch die Stellenabbau markiert einen tiefgreifenden Einschnitt für die deutschen Aktivitäten des Konzerns. Betroffen sind sowohl Produktions- als auch Verwaltungsstellen in mehreren Unternehmensbereichen.
