15 February 2026, 06:20

CDA-Chef Radtke attackiert Merz' Sozialpolitik und warnt vor Entfremdung der Arbeitnehmer

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem dünnen schwarzen Rand, das "Trickle-Down Economics Doesn't Work" behauptet und einen Zitat von Präsident Biden enthält.

Sozialstaat-Debatte: CDU-Arbeitnehmerflügel fordert mehr Führung von Merz - CDA-Chef Radtke attackiert Merz' Sozialpolitik und warnt vor Entfremdung der Arbeitnehmer

Dennis Radtke, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), hat die Umgangsweise der CDU mit den Reformen des Sozialstaats scharf kritisiert. Er warnte, dass der aktuelle Kurs der Partei die Gefahr berge, die Arbeitnehmerschaft zu entfremden und die öffentliche Unterstützung weiter zu schwächen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase anhaltender Debatten über Arbeitsgesetze, Wohnungsnot und die Ausrichtung der CDU unter Bundeskanzler Friedrich Merz.

Radtke zeigte sich frustriert über die zersplitterten Reformvorschläge der Union im Sozialbereich. Er argumentierte, dass einzelne Ideen an Stringenz mangeln und kein klares, umsetzbares Gesamtkonzept erkennen lassen. Zwar räumte er ein, dass von Merz nicht erwartet werde, jedes Detail persönlich auszuarbeiten – doch betonte er die Verantwortung des Kanzlers, die Position der Partei zu bündeln und eine klare Linie vorzugeben.

Besonders umstritten ist der interne Vorstoß der CDU, die Arbeitszeitregelungen zu reformieren. Pläne, das tägliche Acht-Stunden-Limit durch eine wöchentliche Obergrenze zu ersetzen und die sogenannte Lifestyle-Teilzeit einzuschränken, stoßen auf massive Kritik – nicht nur von SPD und Grünen, sondern auch aus dem eigenen sozialen Flügel der Union. Befürworter der Reform, darunter die Regierung unter Merz, werben für mehr Flexibilität, während Gegner vor Gesundheitsrisiken und einem Abbau von Arbeitnehmerrechten warnen. Seit der Ankündigung der Pläne Ende Januar 2026 hat die Debatte an Schärfe gewonnen; die Umsetzung ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Ein weiteres drängendes Problem, das Radtke ansprach, ist die Wohnungsfrage, die er als soziale Zeitbombe bezeichnete. Er forderte die CDU auf, vor dem Bundesparteitag in Stuttgart, auf dem eine Resolution zu Mieten, Wohnungsbau und Wohneigentum erwartet wird, entschlossener zu handeln. Umfragen, die die Union seit Monaten bei nur 24 bis 27 Prozent sehen, unterstreichen seine Sorge, die Partei vertrete nicht mehr die gesamte Breite der Gesellschaft.

Seine Aussagen spiegeln eine grundsätzliche Verunsicherung innerhalb der CDU über den Kurs hin zu einer stärker wirtschaftsliberalen Ausrichtung wider. Radtke warnte, dass diese Entwicklung das Image der Partei weiter beschädigen könnte – insbesondere bei Arbeitnehmern, die sich zunehmend übergangen fühlen.

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Nun steht die CDU unter Druck, ihre Sozial- und Arbeitsmarktpolitik bis zum Parteitag in Stuttgart nachzubessern. Radtkes Appell an stärkere Führung und einen ausgewogeneren Kurs offenbart die inneren Spannungen über die Zukunft der Partei. Wie die Union auf diese Herausforderungen reagiert, könnte ihren Rückhalt in der Wählerschaft in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.