21 February 2026, 20:18

CDU-Wahlkampf in Baden-Württemberg: Hagels Mitte-Kurs zwischen Grünen und AfD

Eine alte Reklame für Max Erler Leipzig in Berlin, Deutschland, die eine Gruppe von Menschen vor einem Gebäude zeigt.

Merz-Show: Bringt der Parteitag Hagel den letzten Schub? - CDU-Wahlkampf in Baden-Württemberg: Hagels Mitte-Kurs zwischen Grünen und AfD

CDU-Bundesparteitag in Stuttgart: Hagel wirbt um Unterstützung – doch Streit um nationale Vorschläge überschattet Wahlkampf

Der Bundesparteitag der CDU letzte Woche in Stuttgart sollte die Unterstützung für Manuel Hagel mobilisieren, den 37-jährigen Spitzenkandidaten für die anstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg. Nur zwei Wochen vor der Abstimmung am 8. März sollte die Veranstaltung Einheit und Stärke demonstrieren – doch sie löste auch Kontroversen über nationale Politikvorschläge aus. Hagel nutzte die Bühne, um sowohl die Grünen als auch die AfD zu kritisieren und sich selbst als gemäßigter Alternative in einem engen Rennen zu positionieren.

Der in Stuttgart abgehaltene Parteitag war strategisch geplant, um Hagels Profil vor der Wahl zu stärken. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach ihm öffentlich seine Unterstützung aus und bezeichnete Hagel als zukünftigen Ministerpräsidenten des Südwestens. Doch schnell verlagerte sich der Fokus von der Landespolitik auf bundesweite Debatten.

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Vorschläge des Wirtschaftsflügels der CDU sorgten für Gegenwind. Pläne, 'Lifestyle-Teilzeitarbeit' einzuschränken und zahnärztliche Behandlungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen, stießen bei Aktivisten auf Kritik. Unterdessen griff Hagel in seiner Rede die Konkurrenz an: Die wirtschaftlichen Versprechen der AfD nannte er verantwortungslos, die EU-Politik der 'grünen' Partei bezeichnete er als ideologisch.

Aktuelle Umfragen zeigen die CDU zwar in Führung, doch mit sinkender Tendenz. Die Unterstützung fiel laut Infratest dimap und INSA von 33 Prozent Ende 2024 auf 29 Prozent im Januar 2026. Die 'grünen' legten leicht zu und liegen bei 21 bis 23 Prozent, während die AfD stabil bei 15 bis 20 Prozent bleibt. Ein direkter Zusammenhang mit dem Parteitag ist nicht belegt, doch die schrumpfende Führung macht CDU-Mitglieder nervös.

Hagels Kampagne setzt auf seine Selbstdarstellung als Mann der Mitte. Er inszeniert die Wahl als Entscheidung zwischen Extremismus und Stabilität und ruft die Wähler auf, sowohl die Radikalität der AfD als auch die Ideologie der 'grünen' Partei abzulehnen. Doch mit nur zwei Wochen bis zur Wahl bleibt der Ausgang ungewiss.

Der Parteitag sollte eigentlich Schwung in den CDU-Wahlkampf bringen – doch sein Einfluss auf die Umfragen ist unklar. Hagels Bewerbung um das Amt des jüngsten Ministerpräsidenten des Landes hängt nun davon ab, ob die Wähler sein Moderationsversprechen überzeugend finden. Die letzte Phase des Wahlkampfs wird zeigen, ob die CDU ihre Führung halten kann – oder ob 'grüne' Partei und AfD aufschließen.