27 March 2026, 06:11

Comedy-Club-Eröffnung in Wien platzt wegen Karfreitags-Konflikt

Gruppe von Priestern in grüner und goldener Kleidung, die in einer Kirche mit bemalten Wänden, einem Kronleuchter und einem Bogen im Hintergrund während einer St. Petersfeier stehen.

Comedy-Club-Eröffnung in Wien platzt wegen Karfreitags-Konflikt

Comedy-Club in Wien verschiebt Eröffnung nach Verwechslung mit Karfreitags-Bräuche

Der neue Lucky Punch Comedy Club in Wien hat seinen Eröffnungstermin verschoben – nach einer Verwirrung um die Traditionen am Karfreitag. Der von Michael Mittermeier gegründete Club sollte ursprünglich am 3. April 2026 eröffnet werden, einem Tag, an dem viele kulturelle Veranstaltungen pausieren. Das von Mittermeiers Frau Gudrun kuratierte Lokal wird nun stattdessen Mitte April seine Pforten öffnen.

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Der Karfreitag bleibt in mehreren europäischen Ländern ein Tag der Stille, geprägt von langjährigen Bräuchen wie Fasten und Besinnung. Doch die Traditionen unterscheiden sich stark: Während einige Staaten strenge Verbote aufrechterhalten, sind die Einschränkungen in anderen längst gelockert oder verschwunden.

Eigentlich sollte der Lucky Punch Comedy Club an Mittermeiers 60. Geburtstag debütieren – just am Karfreitag. Doch das Team erkannte, dass die Räumlichkeiten nicht rechtzeitig fertig werden würden. Zwar gelten Comedy- und Kabarettveranstaltungen oft als Ausnahmen von den Regelungen, doch die Veranstalter entschieden sich, den Termin ganz zu meiden.

Die kulturelle Bedeutung des Karfreitags ist in Europa weitreichend. In Deutschland fallen etwa die Spiele der Bundesliga aus, während in Österreich die Wiener Staatsoper und das Burgtheater traditionell geschlossen bleiben. Diese Gepflogenheiten gehen auf das 19. Jahrhundert zurück, als katholische und protestantische Kreise die Ehrfurcht vor dem Tag fördern wollten. Länder wie Großbritannien, Frankreich und Italien kannten ähnliche Verbote, hoben sie jedoch meist bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts auf. In Großbritannien beendete der Theatres Act 1968 die Restriktionen, während Spanien und Polen aufgrund starker katholischer Traditionen noch teilweise an ihnen festhalten. Nordische Länder wie Schweden schafften solche Regeln ab, nachdem sie in den 1950er-Jahren Kirche und Staat trennten.

Für viele ist der Tag auch mit Fasten verbunden. Gläubige Katholiken sehen darin eine Form des gemeinsamen Leidens. In der Kindheit des Autors bestanden die Mahlzeiten an Aschermittwoch und Karfreitag aus Linsen ohne Speck – ein Gericht, das heute als vegane Standardkost gilt. Die Eltern schienen es zu mögen, auch wenn die Tradition eher auf Verzicht als auf Geschmack beruhte.

Der Lucky Punch Comedy Club wird nun später im April eröffnen und damit die Kollision mit dem Karfreitag vermeiden. Die Änderung spiegelt sowohl praktische Verzögerungen als auch Respekt vor den noch bestehenden Bräuchen wider. Gleichzeitig bleibt die kulturelle Prägung des Tages in Teilen Europas spürbar – von abgesagten Sportevents über geschlossene Theater bis hin zu schlichten Mahlzeiten.

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