DDR-Eisenoxid-Technologie kehrt zurück – revolutionärer Wasserstoffspeicher für die Industrie
Sandro GuteDDR-Eisenoxid-Technologie kehrt zurück – revolutionärer Wasserstoffspeicher für die Industrie
Eine längst vergessene Energietechnologie aus der DDR erlebt ein Comeback. Forscher entwickelten in den 1960er-Jahren ein Verfahren, um Wasserstoff mithilfe von Eisenoxid zu speichern und zu transportieren – eine Methode, die nun von einem Dresdner Start-up wiederbelebt wird. Der Ansatz könnte der deutschen Schwerindustrie helfen, Emissionen zu senken und gleichzeitig Kosten zu sparen.
Der ursprüngliche Durchbruch gelang dem Deutschen Brennstoffinstitut in den 1960er-Jahren. Wissenschaftler entdeckten, dass Eisenoxid mit Wasserstoff reagieren kann, wobei Dampf und Eisen entstehen. Diese Reaktion ließ sich umkehren, sodass der Wasserstoff bei Bedarf wieder freigesetzt werden konnte. Das Verfahren ermöglichte es, den Wasserstoff in festen Eisenklumpen zu speichern, was den Transport ohne Hochdrucktanks oder komplexe Pipelines erleichterte.
Jahrzehnte später stieß der Ingenieur Uwe Pahl mit Unterstützung zweier der ursprünglichen Forscher erneut auf diese Methode. Ihre Arbeit führte zur Gründung von Ambartec, einem Start-up, das die Technologie nun im großen Maßstab umsetzen will. Das Unternehmen plant, in den kommenden Monaten die praktische Anwendung zu demonstrieren – unterstützt vom Energieunternehmen Wintershall Dea.
Der entscheidende Vorteil des Verfahrens liegt in seiner Einfachheit. Im Gegensatz zum herkömmlichen Wasserstofftransport, der teure Komprimierung und Sicherheitsgenehmigungen erfordert, lassen sich die Eisenklumpen wie herkömmliche feste Brennstoffe handhaben. Das könnte die Kosten für Branchen wie Stahl, Zement und Chemie deutlich senken – Sektoren, die auf Wasserstoff angewiesen sind, um ihre Klimaziele zu erreichen.
Mit der Wiederbelebung der DDR-Forschung bietet Ambartec eine mögliche Lösung für die deutsche Energiewende. Sollte das Eisenoxid-Verfahren erfolgreich sein, könnte es eine sicherere und günstigere Methode zur Speicherung und zum Transport von Wasserstoff bieten. Die nächste Erprobung der Technologie wird zeigen, ob sie den Anforderungen der modernen Industrie gerecht wird.






