Der schmale Schnurrbart erlebt ein überraschendes Revival – dank Timothée Chalamet & Co.
Oswin BolanderDer schmale Schnurrbart erlebt ein überraschendes Revival – dank Timothée Chalamet & Co.
Ein leises Comeback erlebt derzeit die Herrenpflege: Der schmale Schnurrbart feiert eine unerwartete Rückkehr. Noch vor kurzem als Relikt der 1970er- und 80er-Jahre abgetan, setzt sich dieser dezente Gesichtsbehaarungstrend nun bei Hollywoods führenden Schauspielern wie Timothée Chalamet, Margot Robbie und Jacob Elordi durch. Chalamets jüngste Rolle in Marty Supreme hat die Entwicklung weiter in den Fokus gerückt.
Den Anfang nahm die Renaissance des Schnurrbarts um 2018, als Stars wie Justin Bieber in seinem Musikvideo zu Anyone eine bleistiftfeine Variante zur Schau stellten. Paul Mescal ließ sich später für seine Rolle in Gladiator II einen wachsen, während Jacob Elordi für Saltburn und He Went That Way einen ähnlich schlanken Stil wählte. Anders als der markante, geformte "Pornostache" vergangener Jahrzehnte setzt diese Neuauflage auf einen lässigeren, unperfekteren Look.
Chalamets Schnurrbart in Marty Supreme markiert einen prägenden Moment für den Trend. Für seine Rolle als Marty Mauser, ein Pingpong-Champion der 1950er-Jahre, wuchs er sich den Bart – doch ohne in retrohafte Klischees zu verfallen. Stattdessen wirkt der Stil mühelos: weniger präzise, mehr verspielt-experimentell. Regisseur Josh Safdie und Chalamet entschieden sich bewusst für einen weicheren, weniger perfektionistischen Ansatz, der zu einem größeren Wandel weg von starren Pflegeidealen passt.
Was diese Wiedergeburt besonders macht, ist ihre Anziehungskraft auf jüngere Generationen, vor allem die Gen Z. Der schmale Schnurrbart bietet eine Low-Commitment-Ästhetik – ideal für alle, die auffällige Statements scheuen. Dass er über Filmrollen hinaus Bestand hat, wie bei Mescal oder Elordi, deutet darauf hin, dass es sich um mehr als eine kurzlebige Modeerscheinung handelt.
Die Rückkehr des Schnurrbarts steht für einen Wandel in der Männerpflege: Subtilität setzt sich gegen Übertreibung durch. Mit Vorreitern wie Chalamet hat sich der Trend von Nischenrollen zur breiten Akzeptanz entwickelt. Seine Beständigkeit lässt auf einen nachhaltigen Wandel schließen – in der Wahrnehmung und Gestaltung von Gesichtsbehaarung.
