24 December 2025, 10:35

Deutsche Flaggen in NRW: Weidel teilt falsche Informationen ├╝ber Staatschutz-Ermittlungen

Eine Flagge an einem Mast vor einem klaren Himmel.

Deutsche Flaggen in NRW: Weidel teilt falsche Informationen ├╝ber Staatschutz-Ermittlungen

In den letzten Wochen hat eine Kampagne in den sozialen Medien an Fahrt aufgenommen, die Deutsche dazu aufruft, vermehrt Nationalflaggen zu zeigen. Rechtsextreme Gruppen und Politiker, darunter die AfD, treiben die Bewegung unter dem Hashtag #FlaggeZeigen voran. Der Aufruf folgte auf eine Reihe von Vorfällen in Nordrhein-Westfalen, wo in zwei Städten über Nacht Flaggen gehisst worden waren.

Die Kampagne begann, nachdem ein irreführender Bericht den Eindruck erweckt hatte, der Verfassungsschutz ermittle wegen der Flaggenaktionen. Tatsächlich gingen die Behörden jedoch nur in einem Fall gegen ein Hausfriedensbruch vor – eine formelle Untersuchung der Flaggen selbst gab es nicht.

Richtig an Fahrt gewann die Bewegung, als AfD-Chefin Alice Weidel Ende Oktober bei einer Bürgerveranstaltung in Donaueschingen (Baden-Württemberg) erklärte: „Hängt die Deutschlandflaggen auf! Viele davon!“ Ein Ausschnitt ihrer Rede ging später viral und sammelte auf Instagram über 100.000 Likes. Nutzer verbreiteten das Video unter #FlaggeZeigen und trugen so zur Verbreitung des Aufrufs in verschiedenen Netzwerken bei.

Die Dynamik verstärkte sich, als das Schweizer Magazin Weltwoche fälschlicherweise berichtete, der Verfassungsschutz ermittle gegen 40 über Nacht gehisste Flaggen in Nachrodt-Wiblingwerde. Der Fehler entstand durch eine Verwechslung: Ein Reporter hatte den Begriff Sicherheitsbehörde (Sicherheitsbehörden) mit der historischen DDR-Stasi verwechselt. Die Polizei stellte klar, dass es keine offizielle Untersuchung der Flaggen gab – lediglich eine Routineprüfung wegen Hausfriedensbruchs. Im benachbartem Hilchenbach wurde überhaupt kein Verfahren eingeleitet. Weidel verbreitete die falsche Behauptung auf X (ehemals Twitter), indem sie einen Screenshot des Weltwoche-Artikels teilte. Weitere AfD-Funktionäre und rechtsextreme Aktivisten, darunter Martin Sellner, schlossen sich schnell an. Mittlerweile wird die Kampagne auch von extremistischen Gruppen wie Lukreta, dem niedersächsischen Ableger der Jungen Alternative, und der Identitären Bewegung unterstützt.

Die #FlaggeZeigen-Kampagne verbreitet sich weiterhin online, angetrieben von rechtsextremen Netzwerken und AfD-Politikern. Obwohl sich der anfängliche Bericht über Ermittlungen des Verfassungsschutzes als falsch herausstellte, hält die Bewegung an. Gegen die Flaggenaktionen selbst wurden keine rechtlichen Schritte eingeleitet – die Behörden beschäftigten sich lediglich mit nicht zusammenhängenden Vorfällen in einer der betroffenen Städte.

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