30 April 2026, 22:13

Deutschland lehnt Kapazitätsmarkt ab – doch droht nun die Stromlücke?

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem Erläuterungstext.

Deutschland lehnt Kapazitätsmarkt ab – doch droht nun die Stromlücke?

Deutschland hat die Einführung eines Kapazitätsmarktes zur Aufrechterhaltung des Kraftwerksbetriebs ausgeschlossen. Die Entscheidung fällt zu einer Zeit, in der andere europäische Länder ähnliche Modelle vorantreiben. Unterdessen warnen Energieunternehmen, dass die Stilllegung von Kraftwerken die Versorgungssicherheit gefährden könnte.

Die deutsche Regierung hat Pläne für einen Kapazitätsmarkt wiederholt abgelehnt. Solche Systeme zahlen Kraftwerken eine Vergütung dafür, dass sie betriebsbereit bleiben – selbst wenn sie keinen Strom erzeugen. Beamte wiesen auch einen gemeinsamen Vorschlag mit Frankreich für ein grenzüberschreitendes Modell zurück.

Aktuell unterhält das Land eine "strategische Reserve" von 2,6 Gigawatt (GW) in Bereitschaft. Dennoch planen die Energiekonzerne E.ON und RWE die Abschaltung von 19 Kraftwerken, von denen einige für die Netzstabilität benötigt werden könnten. E.ON argumentiert, Deutschland könnte am Ende doch indirekt einen kleinen Kapazitätsmarkt erhalten – trotz der offiziellen Ablehnung.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) schlägt stattdessen eine Ausweitung der strategischen Reserve vor. Sein Konzept sieht ein flexibleres System mit 7 bis 10 GW an Reservekapazität vor. Damit ließe sich ein vollständiger Kapazitätsmarkt vermeiden, während gleichzeitig die Versorgungssicherheit gewährleistet würde.

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Ohne einen Kapazitätsmarkt ist Deutschland auf seine strategische Reserve angewiesen, um Engpässe zu verhindern. Der Vorschlag des BEE könnte einen Kompromiss bieten, doch die Regierung hat ihn bisher nicht aufgegriffen. Unterdessen gehen die Kraftwerksstilllegungen weiter – und mit ihnen wachsen die Sorgen um die künftige Energieversorgung.

Quelle