Deutschland plant Rückführungszentren für abgelehnte Asylbewerber außerhalb der EU
Oswin BolanderDeutschland plant Rückführungszentren für abgelehnte Asylbewerber außerhalb der EU
Die deutsche Bundesregierung prüft neue Wege im Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern, deren Herkunftsländer sich weigern, sie zurückzunehmen. Ein Vorschlag sieht vor, außerhalb der EU Zentren einzurichten, in denen diese Personen untergebracht werden, während nach Möglichkeiten zur Abschiebung nach Europa gesucht wird. Dies folgt auf anhaltende Schwierigkeiten bei der Rückführung von Menschen in Länder wie Eritrea, wo mangelnde Kooperation ein großes Hindernis darstellt.
Im Januar 2024 versuchte Deutschland, einen eritreischen Mann abzuschieben, scheiterte jedoch am fehlenden Entgegenkommen der eritreischen Behörden. Rückführungen nach Eritrea sind nur möglich, wenn die Betroffenen ihre Ausreise offiziell als freiwillig erklären – eine Bedingung, die Zwangsabschiebungen oft verhindert.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser erwägt nun die Einrichtung von Rückführungszentren in Drittstaaten, ähnlich der jüngsten Vereinbarung Italiens mit Albanien. Zwar wurden noch keine konkreten Standorte genannt, doch finden bereits Gespräche mit einer Gruppe von EU-Mitgliedstaaten statt, die ähnliche Herausforderungen teilen. Ziel ist es, ein System zu schaffen, in dem abgelehnte Asylbewerber bis zu einer möglichen Abschiebung nach Europa untergebracht werden können.
Der Vorstoß Deutschlands für solche Zentren spiegelt die wachsende Frustration innerhalb der EU über blockierte Abschiebungen wider. Ohne funktionierende Rücknahmeabkommen tun sich die Behörden schwer, Ausreisepflichtige konsequent abzuschieben, was viele in einer rechtlichen Grauzone zurücklässt.
Die geplanten Zentren sollen ein langjähriges Problem der deutschen und europäischen Asylpolitik lösen. Falls umgesetzt, könnten sie eine vorübergehende Lösung für Fälle bieten, in denen Herkunftsländer die Rücknahme verweigern. Derweil laufen die Beratungen weiter, während die Verantwortlichen nach praktikablen Wegen zur Umsetzung suchen.
