Deutschland ringt um Olympische Spiele – DOSB entscheidet bis 26. September
Oswin BolanderDeutschland ringt um Olympische Spiele – DOSB entscheidet bis 26. September
Deutschland erwägt Bewerbung für Olympische Spiele – Entscheidung bis 26. September
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird bis zum 26. September entscheiden, ob Deutschland sich um die Austragung der Olympischen Spiele bewerben soll. Zur Auswahl stehen Berlin, Hamburg, München und Nordrhein-Westfalen. Doch die öffentliche Unterstützung ist gespalten, und politische Hürden könnten den Prozess verzögern oder sogar ganz blockieren.
Die Weichenstellung hängt auch von der anstehenden Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September ab sowie von laufenden Debatten über Bürgerentscheide in Berlin und Hamburg. In Hamburg wirkt die Ablehnung der Olympischen Spiele aus der Vergangenheit noch nach. 2015 hatten sich die Bürger in einem Referendum mit 51,6 Prozent gegen eine Bewerbung ausgesprochen, nur 48,4 Prozent stimmten dafür. Diesmal zeigen Umfragen widersprüchliche Ergebnisse, sodass die Haltung der Stadt unklar bleibt. Eine besondere Regelung erschwert die Lage zusätzlich: Jede Fragestellung für ein Referendum muss gegensätzliche Positionen berücksichtigen und eine Zweidrittelmehrheit im Landesparlament erhalten.
Berlin steht vor eigenen Herausforderungen. Bürgermeister Kai Wegner fordert eine öffentliche Abstimmung über die Bewerbung, doch die Grünen und die Linke lehnen dies ab. Gleichzeitig sammelt die Kampagne „NoOlympia“ Unterschriften, um einen Bürgerentscheid gegen die Austragung zu erzwingen. Selbst wenn dies gelingt, würden rechtliche Fristen bedeuten, dass eine solche Abstimmung frühestens in einem Jahr stattfinden könnte.
München und Nordrhein-Westfalen zeigen hingegen eine deutlichere Unterstützung: Rund zwei Drittel der Befragten in beiden Regionen befürworten die Bewerbung. Doch selbst wenn Berlin den Zuschlag erhält, könnte die Bewerbung 2027 noch durch ein Referendum scheitern – vorausgesetzt, ein solches kommt überhaupt zustande.
Die Entscheidung des DOSB fällt nur wenige Tage nach der Berliner Wahl am 20. September. Das Ergebnis der Abstimmung könnte die finale Wahl beeinflussen, da politische Verschiebungen die Bereitschaft – oder überhaupt die Möglichkeit – der Stadt verändern könnten, die Bewerbung voranzutreiben.
Die Bekanntgabe des DOSB am 26. September wird zeigen, welche deutsche Stadt ins Rennen um die Olympischen Spiele geht. Doch der weitere Weg bleibt ungewiss: Rechtliche Verzögerungen, politischer Widerstand und öffentliche Skepsis könnten den Prozess prägen. Sollte Berlin ausgewählt werden, droht 2027 noch ein Bürgerentscheid – und damit Jahre der Unsicherheit für die olympischen Ambitionen der Hauptstadt.






