DGB fordert Pflicht-Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten – Arbeitgeber sollen zahlen
Sandro GuteDGB fordert Pflicht-Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten – Arbeitgeber sollen zahlen
DGB drängt auf verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein, die unter Tarifverträge fallen. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi argumentiert, dass Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligen sollten, statt die volle Last den Beschäftigten aufzubürden. Sie betont, die Forderung sei gerechtfertigt, und verweist auf höhere Renteneigenbeiträge der Arbeitgeber in anderen europäischen Ländern.
Aktuell verfügen rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland über keine betriebliche Altersvorsorge. Die meisten arbeiten in Unternehmen ohne Tarifbindung und haben damit keinen Zugang zu dieser finanziellen Absicherung. Fahimi will dies ändern, indem sie über Tarifverträge verpflichtende Modelle einführen möchte.
Der DGB ist bereit, für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über betriebliche Rentenlösungen zu verhandeln – mit der klaren Maßgabe, dass Arbeitgeber die Beiträge mitfinanzieren. Fahimi stellt heraus, es sei ungerecht, wenn allein die Beschäftigten die Kosten tragen müssten. Stattdessen schlägt sie ein paritätisches Modell vor, ähnlich wie in anderen europäischen Ländern, wo die Arbeitgeberanteile oft höher ausfallen als die der Arbeitnehmer.
Konkrete Vorschläge sollen bis Ende des Monats vorliegen. Für nicht tarifgebundene Unternehmen regt der DGB an, Beschäftigten den Beitritt zu bestehenden Vorsorgemodellen unter vereinfachten Bedingungen zu ermöglichen. Fahimi räumt ein, dass mit Widerstand zu rechnen sei, etwa wegen wirtschaftlicher Belastungen – doch angesichts internationaler Standards hält sie den Plan für angemessen.
Mit der Forderung nach einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge will der DGB eine Lücke schließen, die Millionen Beschäftigte betrifft. Bei einer Umsetzung würden Arbeitgeber einen Teil der finanziellen Verantwortung übernehmen – und Deutschland sich damit stärker an andere europäische Rentensysteme angleichen. Die vollständigen Details des Vorschlags werden noch in diesem Monat veröffentlicht.






