23 May 2026, 02:20

Dobrindt lehnt Putsch-Vorwürfe gegen AfD ab und fordert politische Lösungen

Innerminister Dobrindt: Warnungen vor AfD-Putsch sind Schreckschuss

Dobrindt lehnt Putsch-Vorwürfe gegen AfD ab und fordert politische Lösungen

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Warnungen vor einem möglichen Machtgriff der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) nach den jüngsten Landtagswahlen in Ostdeutschland zurückgewiesen. Seine Äußerungen erfolgten als Reaktion auf Bedenken des Thüringer Innenministers Georg Maier, der vor einem möglichen „Putsch“ gewarnt hatte, falls die AfD in Sachsen-Anhalt die Kontrolle übernimmt.

Der Streit entzündete sich, nachdem Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, Pläne bekannt gegeben hatte, 150 bis 200 Stellen in der Landesverwaltung zu ersetzen, sollte seine Partei die anstehende Wahl gewinnen. Maiers Warnung vor einem „Putsch“ veranlasste Dobrindt zu einer klärenden Stellungnahme: Er hinterfragte die Notwendigkeit von Vorsorgemaßnahmen gegen eine unwahrscheinliche Alleinregierung der AfD und fragte, wie überzeugend solche Schritte seien. Stattdessen solle der Fokus darauf liegen, politische Mehrheiten zu schaffen, die die AfD von der Macht fernhalten.

Dobrindt lehnte zudem Forderungen einiger Landesvertreter ab, Schutzmechanismen einzuführen, um zu verhindern, dass sensible Sicherheitsinformationen an die AfD gelangen, falls sie an die Regierung kommt. Er betonte, die eigentliche Priorität liege darin, der Partei von vornherein Einfluss zu verwehren – nicht darin, sich auf worst-case-Szenarien vorzubereiten.

Zur Wahlsicherheit erklärte Dobrindt, es gebe keine Hinweise auf ausländische Einmischung in die bevorstehenden Landtagswahlen. Zwar räumte er ein, dass es seit Langem Desinformationskampagnen in sozialen Medien gebe – auch von ausländischen Akteuren –, doch sei vor den Septemberwahlen keine spürbare Zunahme solcher Aktivitäten zu verzeichnen. Er warnte davor, Risiken zu dramatisieren, und verwies darauf, dass noch ausreichend Zeit für wirksame politische Gegenmaßnahmen bleibe.

Kritisch äußerte sich Dobrindt über die Darstellung von „Untergangsszenarien“ im Zusammenhang mit der AfD. Stattdessen plädierte er für proaktive politische Strategien, um der Partei entgegenzutreten. Da die Wahlen erst in einigen Monaten anstehen, sehe er noch Spielraum für Maßnahmen, um ihren möglichen Aufstieg einzudämmen.

Dobrindts Aussagen signalisieren eine Ablehnung von Notfallplänen gegen die Wahlambitionen der AfD. Stattdessen fordert er politische Anstrengungen, um der Partei den Weg zur Macht zu versperren. Da die Landtagswahlen erst im September stattfinden, bleibt die Debatte über Sicherheitsvorkehrungen vorerst ungelöst.

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