Dorothee Bär erhält Karnevalsorden für politischen Humor in Aachen
Gretel BirnbaumDorothee Bär erhält Karnevalsorden für politischen Humor in Aachen
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) wurde bei einer schwungvollen Gala in Aachen mit dem Orden gegen tödlichen Ernst ausgezeichnet. Als Astronautin verkleidet, reiht sie sich damit in eine lange Tradition von Politikern ein, die für ihren Humor im öffentlichen Leben gewürdigt wurden. Die vom Aachener Karnevalsverein (AKV) ausgerichtete Veranstaltung verband Satire mit Appellen für politischen Zusammenhalt.
Die Preisverleihung fand im Rahmen der jährlichen AKV-Gala statt, bei der der Orden – offiziell Ehrenzeichen gegen töricht ernste Gemütlichkeit genannt – seit 1950 Witz und Menschlichkeit im Amt ehrt. Durch den Abend führten Comedian Guido Cantz und AKV-Präsident André Freese, die scharfe Witze mit politischer Kommentierung verbanden. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann scherzte etwa über den ehemaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, der im Bundestag angeblich High Heels trage.
Bär, die in der Bundesregierung für die Raumfahrtpolitik zuständig ist, spielte in ihrer Rede mit dem Motto der Veranstaltung. Sie verglich das Weltall mit einem CSU-Parteitag und schlug scherzhaft vor, Parteichef Markus Söder zum Mond zu schicken. Ihre pointierten Bemerkungen sorgten für Gelächter und passten damit zum Geist der Auszeichnung, die Führung mit Leichtigkeit verbindet.
Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) lobte Bär als "einzigartige Persönlichkeit" und betonte ihre regionale Verwurzelung sowie ihren Mut zu ungewöhnlichen Ideen. Mit dem Ausruf "Wir brauchen mehr Bär" warb er für eine zuversichtliche, zukunftsorientierte Politik. Auch die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang, als Außerirdische kostümiert, trat auf und mahnte die Demokraten zur Einheit.
Die Gala bot Auftritte der Aachener Karnevalsgrößen sowie der Kölner Band Kasalla. Doch die Feier warf auch ein Schlaglicht auf ein langjähriges Ungleichgewicht: Seit 1950 erhielten nur etwa drei bis fünf Frauen die Auszeichnung – im Vergleich zu Hunderten männlicher Preisträger.
Der Orden würdigt Bärs Fähigkeit, Humor mit ihrem Regierungsamt zu verbinden, und unterstreicht zugleich die AKV-Tradition, öffentliche Persönlichkeiten zu ehren, die Ernsthaftigkeit mit Leichtigkeit paaren. Trotz aller Heiterkeit des Abends bleibt die geringe Zahl weiblicher Preisträgerinnen in 75 Jahren ein auffälliger Kontrast.
