Ehepaar soll sanktionierte russische TV-Sender über IPTV verbreitet haben
Gretel BirnbaumEhepaar soll sanktionierte russische TV-Sender über IPTV verbreitet haben
Ein Ehepaar in Deutschland wird beschuldigt, gegen EU-Sanktionen verstoßen zu haben, indem es einen IPTV-Dienst betrieb, der gesperrte russische Fernsehkanäle ausstrahlte. Die von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe geführten Ermittlungen führten zu Razzien und der Beschlagnahmung von Technik, Bargeld sowie der Domain des Dienstes.
Die Beschuldigten – ein 37-jähriger Deutscher und seine 42-jährige ukrainische Ehefrau – sollen über ihre IPTV-Plattform Zugang zu sanktionierten russischen Sendern wie Rossija 1 und RT (ehemals Russia Today) ermöglicht haben. Den Behörden zufolge war der Dienst mindestens seit Anfang 2022 aktiv und erzielte illegale Einnahmen in Höhe von etwa 120.000 Euro.
Am Dienstag beschlagnahmten Beamte umfangreiche technische Ausrüstung, Finanzunterlagen sowie 40.000 Euro in bar. Das Landgericht Karlsruhe fror zudem das Vermögen des Paares ein, um die Gewinne zu sichern. Im Rahmen der Aktion wurde auch die Domain des IPTV-Dienstes abgeschaltet.
Rechtlich dreht sich der Fall um Verstöße gegen das deutsche Außenwirtschaftsgesetz, insbesondere die Paragrafen 18 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe b und Abs. 7 Nr. 2. Diese Vorschriften setzen EU-Sanktionen nach der Verordnung Nr. 833/2014 um, die die Verbreitung bestimmter russischer Staatsmedien verbietet. Bei einer Verurteilung drohen den Beschuldigten mindestens ein Jahr Haft wegen gewerbsmäßiger Straftaten.
Die Zollfahndung Stuttgart führt die Ermittlungen in dem Fall fort.
Der Fall unterstreicht die konsequente Durchsetzung von EU-Sanktionen gegen russische Medien in Deutschland. Die Behörden haben Vermögenswerte beschlagnahmt, Konten eingefroren und den IPTV-Dienst zerschlagen. Das Paar muss sich nun weiteren juristischen Schritten stellen und riskiert im Falle einer Verurteilung Haftstrafen.






