EnBW baut modernes Pumpspeicherkraftwerk mit Black-Start-Fähigkeit in der Murgschlucht
Sandro GuteEnBW baut modernes Pumpspeicherkraftwerk mit Black-Start-Fähigkeit in der Murgschlucht
EnBW errichtet neues Pumpspeicherkraftwerk in der Murgschlucht – Inbetriebnahme für Herbst 2027 geplant
Die EnBW errichtet in der Murgschlucht ein neues Pumpspeicherkraftwerk, das im Herbst 2027 den Betrieb aufnehmen soll. Das 280 Millionen Euro teure Projekt verwandelt einen alten Wasserkraftstandort in eine moderne Anlage mit einer Leistung von 54 Megawatt. Ein besonderes Merkmal der Konzeption ist die Black-Start-Fähigkeit: Die Anlage kann das Stromnetz nach einem vollständigen Zusammenbruch eigenständig wieder hochfahren.
Der Standort blickt auf eine lange Geschichte zurück: Das ursprüngliche Murgwerk wurde zwischen 1914 und 1918 erbaut, die Schwarzenbach-Talsperre – heute das Oberbecken – entstand in den Jahren 1922 bis 1926. Durch die Nutzung der bestehenden Infrastruktur minimiert das Projekt die Umweltbelastung und stößt in der Region auf breite Zustimmung.
Die neue Anlage nutzt ein Gefälle von 365 Metern, um ihre Turbinen anzutreiben. Im Generatorbetrieb erzeugt sie 54 Megawatt, während zum Hochpumpen des Wassers 57 Megawatt benötigt werden. Als Unterbecken dient ein neu errichtetes Tunnelsystem mit einem Fassungsvermögen von 200.000 Kubikmetern, das mit dem Staubecken zusammenarbeitet. Das Kraftwerk profitiert von Preisschwankungen am Strommarkt: Es speichert Energie bei Überangebot und gibt sie bei Engpässen wieder ab. Der Turbinenstrang wird von Andritz Hydro aus Ravensburg geliefert – einer Stadt, die für ihren Turbinenbau bekannt ist. Die Betriebsgenehmigung der Anlage läuft bis zum 1. Januar 2090 und sichert so die langfristige Energieversorgung der Region.
Das Pumpspeicherkraftwerk Murgschlucht wird eine zentrale Rolle für die Netzstabilität spielen: Es bietet nicht nur Black-Start-Fähigkeit, sondern auch flexible Energiespeicherung. Mit dem laufenden Bau und der geplanten Inbetriebnahme 2027 wird die Anlage über Jahrzehnte hinweg zur Versorgungssicherheit beitragen. Durch die Nutzung bestehender Infrastruktur werden zudem Umwelteingriffe begrenzt und die Effizienz maximiert.
