Fachkräftemangel in Baden-Württemberg droht Milliardenverluste bis 2035
Selma SchmiedtIHK: Ohne Zuwanderung fehlen bis 2035 200.000 Jobs - Fachkräftemangel in Baden-Württemberg droht Milliardenverluste bis 2035
Baden-Württembergs Wirtschaft drohen schwere Risiken, falls die Zuwanderung von Fachkräften nachlässt. Unternehmensvertreter warnen, dass strengere Regeln den Fachkräftemangel verschärfen und das Wachstum gefährden könnten. Ohne ausländische Fachkräfte könnte die Region bis 2035 Milliarden an Wirtschaftsleistung einbüßen.
Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Stuttgart, fordert schnellere und unkompliziertere Zuwanderungsverfahren. Sie betonte, wie entscheidend eine Willkommenskultur sei, um qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuziehen. Aktuelle Verzögerungen und bürokratische Hürden könnten Talente in andere Länder treiben.
Die Region kämpft bereits mit rund 380.000 unbesetzten Stellenangeboten. Ohne Zuwanderung könnte sich diese Lücke bis 2035 auf 580.000 vergrößern. Allein im Gesundheitssector wären dann 15.000 zusätzliche Stellenangebote unbesetzt, während die IT-, Kommunikations- und Cybersicherheitsbranche 9.000 Fachkräfte verlieren würde.
Bundesweit hat sich die Zuwanderung von Fachkräften seit 2020 mehr als verdoppelt. Bis Juni 2025 werden voraussichtlich rund 420.000 ausländische Fachkräfte mit Arbeitserlaubnis in Deutschland beschäftigt sein. Doch Baden-Württembergs Verantwortliche argumentieren, dass selbst dieser Anstieg nicht ausreichen könnte, um künftige Engpässe zu verhindern.
Wirtschaftsprognosen zufolge könnte die Region bis 2035 einen Mangel von 200.000 Arbeitskräften erleben – mit einem Wertschöpfungsverlust von etwa 220 Milliarden Euro. Wirtschaftsverbände drängen die Politik, zu handeln, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.
Die Warnungen unterstreichen, wie sehr die Region auf ausländische Fachkräfte angewiesen ist, um kritische Lücken zu schließen. Ohne Reformen der Zuwanderungspolitik werden Schlüsselsektoren wie Gesundheitswesen und IT kaum funktionsfähig bleiben. Die wirtschaftlichen Folgen von Untätigkeit könnten weit über unbesetzte Stellenangebote hinausgehen.
