FDP in Baden-Württemberg kämpft um politisches Überleben vor der Landtagswahl 2026
Gretel BirnbaumWie die FDP um ihren politischen Überlebenskampf kämpft - FDP in Baden-Württemberg kämpft um politisches Überleben vor der Landtagswahl 2026
Baden-Württembergs FDP steht vor dem historischen Tief bei der Landtagswahl 2026
Die Freie Demokratische Partei (FDP) in Baden-Württemberg sieht sich bei der anstehenden Landtagswahl 2026 einer existenzbedrohenden Zäsur gegenüber. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte droht der Partei der vollständige Verlust aller Mandate im Stuttgarter Landtag. Aktuelle Umfragen sehen die FDP nur noch bei 4 bis 5 Prozent – weniger als die Hälfte ihres Ergebnisses von 2021 – und stellen damit die politische Zukunft des langjährigen Vorsitzenden Hans-Ulrich Rülke infrage.
Der Niedergang der baden-württembergischen Liberalen ist Teil eines bundesweiten Absturzes. Noch 2021 hatte die Partei bei der Landtagswahl 10,5 Prozent geholt und bei der Bundestagswahl 11,5 Prozent erreicht. Doch bis Ende 2024 schwand das Vertrauen der Wähler:innen – nicht zuletzt durch das Scheitern der Berliner Ampelkoalition, wirtschaftliche Verwerfungen und kontroverse Debatten über Migration. Nun kämpft die FDP im Südwesten darum, die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden, die für den Verbleib im Parlament entscheidend ist.
Rülkes Wahlkampf setzt auf wirtschaftliche Entfesselung und Bürokratieabbau. Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach dem Wegfall von Meldepflichten für Kleinbetriebe, der Abschaffung der Landesbauordnung sowie Lockerungen im Datenschutzrecht. Zudem lehnt die Partei das EU-weite Verbrenner-Aus ab und wirbt für Innovationen in der Kernenergie. In der Bildungspolitik verteidigt sie das gegliederte Schulsystem des Landes.
Um die rechtspopulistische AfD oder die Linke von der Macht fernzuhalten, zeigt sich Rülke offen für Bündnisse mit Grünen, CDU oder SPD. Seine Strategie basiert stark auf Personalisierung – er inszeniert sich als prägende Figur der Partei. Doch mit dem drohenden Einzug der Linken in den Landtag hängt das Überleben der FDP davon ab, ob es gelingt, bis zur Wahl verlorene Wähler:innen zurückzugewinnen.
Die Abstimmung wird darüber entscheiden, ob die FDP in Baden-Württemberg eine politische Kraft bleibt. Ein Ergebnis unter fünf Prozent würde nicht nur Rülkes Karriere beenden, sondern die Partei auch aus dem Landtag verbannen. Angesichts des Aufwindes von AfD und Linker könnte das Wahlergebnis zudem die politische Landschaft der Region nachhaltig verändern.
