Fischer baut Chemiewerk in Horb und setzt auf Bau- und Brandschutzprodukte
Sandro GuteFischer Gruppe trotzt Unsicherheiten und fokussiert auf Wachstum - Fischer baut Chemiewerk in Horb und setzt auf Bau- und Brandschutzprodukte
Die Fischer Gruppe hat Pläne bekannt gegeben, am Standort ihres ehemaligen Automobilwerks in Horb ein neues Chemiewerk zu errichten. Dieser Schritt folgt auf die Entscheidung des Unternehmens, seine Automobilsparte zu verkaufen – und das bei weiterhin starken finanziellen Ergebnissen. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern einen Umsatz von 1,05 Milliarden Euro, wobei das Wachstum vor allem durch Kernprodukte für die Bauindustrie getrieben wurde.
Die neue Anlage wird sich auf die Erweiterung des Sortiments an Gebäudesanierungs- und Brandschutzprodukten konzentrieren. Diese Bereiche haben für die Gruppe Priorität, da sie ihre globalen Lieferketten ausbaut. Die Entscheidung fällt nach Jahren des schrittweisen Ausstiegs aus der Automobilproduktion, die einst den Standort Horb prägte.
Das größte Segment des Unternehmens, Befestigungssysteme, verzeichnete 2025 ein um Währungseffekte bereinigtes Umsatzplus von 3 Prozent. Dieses Wachstum spiegelt die anhaltend starke Nachfrage nach baubezogenen Lösungen wider – ein Markt, in dem Fischer weiterhin eine führende Rolle einnimmt.
Über Europa hinaus hat die Gruppe ihre Aktivitäten im Nahen Osten ausgebaut. In Saudi-Arabien eröffnete sie ihre erste regionale Tochtergesellschaft mit Sitz in Riad. Eine Produktionsstätte in Dammam beliefert dort große Bauprojekte, unterstützt durch weitere Standorte in drei anderen saudischen Städten. Damit betreibt der Konzern nun 51 Tochtergesellschaften weltweit.
Mit 4.800 Mitarbeitenden in rund 120 Ländern ist die Fischer Gruppe ein globaler Exporteur. Das neue Chemiewerk in Horb wird ihre Position in den Bereichen Bau und Brandschutz weiter stärken.
Die Investition in Horb passt zur Unternehmensstrategie, sich auf gefragte Bauprodukte zu konzentrieren. Durch die Umnutzung des ehemaligen Automobilstandorts will die Fischer Gruppe die Produktionskapazitäten für Sanierungs- und Brandschutzmaterialien ausbauen. Gleichzeitig unterstützt der Schritt die anhaltende internationale Expansion – insbesondere in Wachstumsmärkten wie Saudi-Arabien.
