08 April 2026, 04:11

Forscher entwickeln umweltfreundlichen Bio-Beton aus menschlichem Urin

Großer Haufen Plastikmüll auf einer Zementwand mit einem Gebäude und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Forscher entwickeln umweltfreundlichen Bio-Beton aus menschlichem Urin

Forschende der Universität Stuttgart haben einen neuen Typ umweltfreundlichen Beton entwickelt – unter Verwendung von Urin. Das innovative Material, das als Bio-Beton bezeichnet wird, könnte herkömmlichen Sandstein und einige zementbasierte Produkte ersetzen. Seine Herstellung verbraucht deutlich weniger Energie und verursacht geringere Emissionen als die herkömmliche Betonproduktion.

Das Projekt mit dem Namen "SimBioZe" vereint drei Institute der Universität Stuttgart sowie das Zentrum für Ökologischen Landbau der Universität Hohenheim. Wissenschaftler:innen, darunter Prof. Lucio Blandini, Maiia Smirnova und Dr. Sabine Zikeli, erforschen mikrobielle Prozesse, um Urin in ein nutzbares Baumaterial umzuwandeln. Gefördert wird das Vorhaben vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Erste Tests zeigen vielversprechende Ergebnisse: Bio-Beton, der mit technischem Harnstoff hergestellt wird, erreicht eine Druckfestigkeit von über 50 Megapascal. Bei der Produktion mit synthetisch stabilisiertem Urin sinkt die Festigkeit auf 20 Megapascal, und mit echtem menschlichem Urin werden immerhin noch 5 Megapascal erreicht. Eine Festigkeit von 30 bis 40 Megapascal wäre bereits ausreichend für die Wände von zwei- bis dreistöckigen Gebäuden.

Das Team arbeitet nun daran, den Herstellungsprozess zu verfeinern und einen Praxistest am Flughafen Stuttgart durchzuführen. Bei Erfolg könnte das Material irgendwann vollständig aus Abfallstoffen produziert werden und eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Zement bieten.

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Bio-Beton könnte die Bauindustrie revolutionieren, indem er den Energieverbrauch und die Emissionen reduziert. In der nächsten Phase geht es um die Optimierung des Verfahrens und Erprobung unter realen Bedingungen. Sollte die Technologie in großem Maßstab umsetzbar sein, könnte sie eine umweltfreundlichere Option für zukünftige Bauprojekte darstellen.

Quelle