25 April 2026, 04:11

Füchse als Sündenböcke? Warum die Jagd auf Raubtiere den Artenschutz kaum rettet

Schwarze und weiße Illustration eines Fuchses in einem bewaldeten Gebiet mit Bäumen und Pflanzen, betitelt "Der Fuchs und die Hunde" unten.

Füchse als Sündenböcke? Warum die Jagd auf Raubtiere den Artenschutz kaum rettet

In Baden-Württemberg ist ein Streit über die Rolle von Füchsen beim Rückgang von bodenbrütenden Vögeln und Niederwild entbrannt. Der Landesjagdverband argumentiert, dass eine Ausweitung der Fuchsjagd bedrohte Arten wie Rebhühner und Hasen schützen werde. Naturschützer hingegen sehen die wahren Ursachen woanders – und betonen, dass die Bemühungen der Jäger seit Jahren ohne Erfolg bleiben.

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Der Landesjagdverband Baden-Württemberg fordert eine kürzere Schonzeit für Rotfüchse. Seiner Meinung nach würde die Bejagung der Füchse während der Paarungszeit die Bestände von Rebhühnern, Auerhühnern und Hasen erholen. Die Jäger bestehen darauf, dass Beutegreifer wie Füchse, Marder und Greifvögel für den Rückgang dieser Tiere verantwortlich seien.

Die Organisation Wildtierschutz Deutschland weist diese Behauptungen als irreführend zurück. Daten aus den Jahren 2015 bis 2020 zeigen, dass Jäger trotz fehlender Einschränkungen bei der Fuchsjagd keine Fortschritte beim Schutz der Rebhühner erzielen konnten. Noch vor 2015 gab es in der Region überhaupt keine Schonzeit für Füchse – dennoch gingen die Rebhuhn-Bestände weiter zurück.

Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Bejagung von Raubtieren kaum oder gar keinen Einfluss auf den Bruterfolg von bodenbrütenden Vögeln hat. Die Fuchsbestände in Baden-Württemberg sind in den letzten 25 Jahren nicht angestiegen, sondern sogar zurückgegangen. Während der Paarungszeit zwingt der soziale Druck in Fuchsrudeln junge Tiere oft zur Abwanderung, doch dieses natürliche Verhalten erklärt nicht den generellen Rückgang des Niederwilds.

Experten sehen die eigentliche Lösung in der Renaturierung von Lebensräumen. Um das Überleben bedrohte Arten zu sichern, müssten schätzungsweise 7 bis 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen wieder in natürliche Ökosysteme umgewandelt werden.

Die Debatte verdeutlicht den langjährigen Konflikt zwischen Jägern und Naturschützern. Während der Jagdverband für eine verstärkte Fuchsbejagung plädiert, zeigen die Belege, dass frühere Maßnahmen den betroffenen Arten nicht geholfen haben. Ohne Änderungen in der Landnutzung warnen Forscher, dass bedrohte Vogel- und Säugetierarten weiter verschwinden werden.

Quelle