16 March 2026, 12:21

Hensoldt bricht Umsatzrekord – doch die Gewinne sinken trotz Rüstungsboom

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit schwarzem Rand und der Aufschrift "Aktie ├╝ber Einhundert Reichmark"

Hensoldt bricht Umsatzrekord – doch die Gewinne sinken trotz Rüstungsboom

Deutschlands Rüstungsindustrie wächst rasant – trotz Rezession in der Gesamtwirtschaft

Einer der führenden Akteure der Branche, das Unternehmen Hensoldt, verzeichnet eine Rekordnachfrage nach seinen Produkten und plant eine massive Expansion. Erstmals überstieg der Umsatz des Konzerns die Marke von zwei Milliarden Euro – und weitere Steigerungen werden in den kommenden Jahren erwartet.

In den vergangenen fünf Jahren hat Hensoldt einen beispiellosen Auftragsboom erlebt. Allein 2025 sicherte sich das Unternehmen neue Verträge im Volumen von 4,7 Milliarden Euro – fast das Doppelte seiner aktuellen Produktionskapazität, wie ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 zeigt. Die Unternehmensführung spricht von einer "einzigartigen Nachfragewelle", die voraussichtlich noch Jahre anhalten wird. Für 2026 wird ein Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro prognostiziert, ein Plus von 12 Prozent. Bis 2030 strebt Hensoldt ein organisches Wachstum von 15 bis 20 Prozent pro Jahr an und peilt damit einen Umsatz von sechs Milliarden Euro an.

Zwei Faktoren treiben den Aufschwung voran: die starke Binnennachfrage und internationale Großaufträge. Die schnelle Genehmigung von 103 Rüstungsvorhaben durch Deutschland – mit einem Volumen von etwa 83 Milliarden Euro im Jahr 2025 – hält die Produktionsbänder in Bewegung. Gleichzeitig haben große Aufträge aus globalen Märkten die Kundschaft von Hensoldt diversifiziert und neue Chancen eröffnet. Um die Nachfrage zu bedienen, investiert das Unternehmen massiv in den Kapazitätsausbau, darunter ein neues Werk in der Nähe von Ulm. Ab 2027 soll dort jährlich rund 1.000 Radarsysteme für Drohnen- und Luftabwehr produziert werden.

Trotz des Umsatzbooms sind die Gewinne zuletzt leicht gesunken. In den vergangenen vier Quartalen erwirtschaftete Hensoldt 91 Millionen Euro – nach einem historischen Höchststand von über 100 Millionen Euro. Die hohen Investitionen in die Expansion drücken vorübergehend auf die Nettogewinne, doch die langfristigen Aussichten bleiben positiv. Das derzeit hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von 88 soll sich mit steigenden Gewinnen entspannen: auf voraussichtlich 58 im nächsten Jahr und 44 im übernächsten Jahr.

Hensoldts rasantes Wachstum spiegelt einen branchenweiten Trend wider: Während andere Sektoren mit Absatzrückgängen kämpfen, expandiert die deutsche Rüstungsindustrie weiter. Mit ausgelasteten Produktionsstätten und neuen Standorten im Aufbau positioniert sich das Unternehmen für eine anhaltend hohe Nachfrage. Nun geht es darum, die Kapazitäten so auszubauen, dass sowohl inländische als auch internationale Aufträge in den kommenden Jahren bedient werden können.

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