Immobilienfirma zahlt 1,9 Mio. Euro Strafe wegen illegaler Datensammlung
Selma SchmiedtImmobilienfirma zahlt 1,9 Mio. Euro Strafe wegen illegaler Datensammlung
Eine Immobilienverwaltungsfirma in Baden-Württemberg wurde mit einer Strafe von 1,9 Millionen Euro belegt, weil sie illegal hochsensible personenbezogene Daten gesammelt und verarbeitet hat. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) stellte fest, dass die BREBAU GmbH gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen hat, indem sie unnötige Informationen über potenzielle Mieter erhob.
Die Ermittlungen ergaben, dass das Unternehmen mehr als 9.500 Datensätze ohne rechtliche Grundlage verarbeitete. Bei über der Hälfte handelte es sich um besondere Kategorien personenbezogener Daten, darunter Hautfarbe, ethnische Herkunft, religiöse Überzeugungen, sexuelle Orientierung und Gesundheitsdaten. Zudem zeichnete die Firma irrelevante persönliche Merkmale wie Frisuren, Körpergeruch und Auftreten auf – allesamt Angaben, die für Mietverträge nicht erforderlich sind.
Dr. Imke Sommer, die Landesdatenschutzbeauftragte, betonte, dass die DSGVO die Verarbeitung sensibler Daten auf absolute Ausnahmefälle beschränkt. Das Gesetz diene dem Schutz vor Diskriminierung, indem es unnötige Datensammlungen unterbinde. Der LfDI stellte zudem fest, dass die BREBAU GmbH Betroffene bei Anfragen zur Transparenz über die Nutzung ihrer Daten behindert hatte.
Ursprünglich war das Bußgeld höher angesetzt, wurde jedoch auf 1,9 Millionen Euro reduziert, nachdem das Unternehmen mit den Behörden kooperierte. Die Firma ergriff Maßnahmen, um die Verstöße zu beheben, und führte Vorkehrungen ein, um künftige Datenschutzverletzungen zu verhindern.
Der Fall unterstreicht die Bedeutung der DSGVO beim Schutz vor übermäßiger Datensammlung. Mit der Strafe gegen die BREBAU GmbH machte der LfDI deutlich, dass personenbezogene Daten – insbesondere sensible Angaben – nur dann verarbeitet werden dürfen, wenn dies absolut notwendig ist. Zwar führte die Zusammenarbeit des Unternehmens zu einer milderen Sanktion, doch das Urteil sendet ein klares Signal gegen rechtswidrigen Umgang mit Daten.






