18 February 2026, 21:43

Joschka Fischer kehrt zurück – und warnt vor Deutschlands unsicherer Zukunft

Ein deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei der Sowjetunion, das eine Gruppe von Menschen und Fahrzeugen im Vordergrund zeigt, ein Gebäude im Hintergrund, mit der Aufschrift "Wahlt Sozialdemokratisch - der Wiederaufbau wiehn die Kapitalisten haben mochten".

Joschka Fischer in Wahlkampf: Die Rückkehr des Showstoppers - Joschka Fischer kehrt zurück – und warnt vor Deutschlands unsicherer Zukunft

Mit 77 Jahren kehrt Joschka Fischer in den politischen Rampenlicht zurück, um Cem Özdemir im Vorfeld der Wahl am 8. März zu unterstützen. Der ehemalige Außenminister, einst eine prägende Figur der Grünen, übt scharfe Kritik an den Wahlkampftaktiken der CDU und warnt zugleich vor größeren Gefahren für die Stabilität Deutschlands und Europas.

Fischer, der von 1998 bis 2005 als Deutschlands Außenminister und Vizekanzler amtierte, wirft dem CDU-Kandidaten Manuel Hagel "Erbe-Diebstahl" vor – dieser versuche, sich das Vermächtnis von Winfried Kretschmann, dem beliebten grünen Ministerpräsidenten, anzueignen. Fischers Rückkehr in den Wahlkampf fällt in eine Phase, in der Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen, in Umfragen langsam zu der CDU aufschließt.

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In jüngsten Reden betonte Fischer die Dringlichkeit, die westlichen Bündnisse Deutschlands zu verteidigen. "Ohne dieses Deutschland sind wir nichts", erklärte er und warnte vor einem US-Präsidenten, der die NATO offen infrage stellt und die EU schwächen will. Die innenpolitischen Prioritäten müssten sich seiner Meinung nach hin zu einer Stärkung der Verteidigung verlagern – statt die Sozialpolitik auszubauen, etwa durch die "Mütterrente".

Einst als exzentrischer Polit-Performer bekannt – eine hedonistische Figur, die es an Einfluss und Format mit Helmut Kohl aufnehmen konnte –, inszeniert Fischer seine Unterstützung für Özdemir nun in drastischen Worten. Er nennt ihn "den besten Kandidaten, den ich mir vorstellen kann", und stellt die Wahl als Entscheidung dar: zwischen der Sicherung Deutschlands Zukunft und dem Risiko, in einer zerbrechenden Welt den Anschluss zu verlieren.

Fischers Karriere umfasst Jahrzehnte – von seinen Anfängen als Grünen-Vorsitzender in den 1990er-Jahren bis zu seiner Rolle bei der Führung Deutschlands durch militärische Einsätze und diplomatische Krisen. Seine Rückkehr in den Wahlkampf signalisiert, dass er die Wahl im März für richtungsweisend hält – mit Folgen, die das Land noch Jahre prägen könnten.

Özdemirs Wahlkampf gewinnt mit Fischers prominenter Unterstützung an Fahrt, auch wenn die Grünen in den Umfragen weiterhin hinter der CDU liegen. Die Wahl wird zeigen, ob Warnungen vor der Fragilität Deutschlands und der Notwendigkeit einer starken Verteidigung mehr Gewicht haben als Versprechen zu innenpolitischen Ausgaben. Fischers Eingreifen hat die Debatte über Deutschlands Rolle in einem unsicheren geopolitischen Umfeld bereits zugespitzt.