15 January 2026, 04:34

Kann Polyethylen natürlich abgebaut werden? Forscher der Uni Konstanz sucht Antworten

Ein schwarzer Fußabdruck mit dem Text "CO2" darauf vor einem weißen Hintergrund.

Kann Polyethylen natürlich abgebaut werden? Forscher der Uni Konstanz sucht Antworten

Ein Chemiker der Universität Konstanz hat eine bedeutende Förderung erhalten, um zu untersuchen, ob Polyethylen – der weltweit am häufigsten verwendete Kunststoff – auf natürlichem Wege abgebaut werden kann. Das Projekt von Stefan Mecking wird erforschen, wie verschiedene Faktoren seine biologische Abbaubarkeit darüber hinaus beeinflussen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt die Studie mit bis zu 1,25 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren.

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Meckings Arbeit konzentriert sich auf Polyethylen, einen Kunststoff, der vor allem in Verpackungen und Produkten weit verbreitet ist. Sein Team wird untersuchen, wie die molekulare Struktur, die Partikelgröße und chemische Gruppen darüber hinaus entscheiden, ob das Material in unterschiedlichen Umgebungen zerfällt. Zudem soll im Rahmen des Projekts eine speziell markierte Variante von Polyethylen entwickelt werden, um das bei der Zersetzung freigesetzte CO₂ nachzuverfolgen.

Die Forschung ist Teil der Reinhart-Koselleck-Projekte der DFG, die mutige und risikoreiche wissenschaftliche Ideen fördert. Meckings Ansatz könnte klarere Erkenntnisse über die Plastikverschmutzung und ihre langfristigen Auswirkungen liefern. Auch an anderen Orten laufen ähnliche Studien: Dr. Melanie Walther von der Universität Oldenburg untersucht etwa die biologische Abbaubarkeit von Polybutylensuccinat (PBS), einem Kunststoff, der Polyethylen ähnelt, unter Einsatz von organischen Abfällen und unterschiedlichen Bedingungen. In Japan hat Takuzo Aida vom RIKEN-Institut unterdessen einen zellulosebasierten Kunststoff entwickelt, der sich in Meerwasser vollständig zersetzt, ohne Mikroplastik zu hinterlassen.

Die Ergebnisse könnten Aufschluss darüber geben, wie sich Polyethylen in der Natur verhält und ob es durch biologische Prozesse abgebaut werden kann. Mit der gesicherten Finanzierung für fünf Jahre wird Meckings Team daran arbeiten, Abbauraten zu quantifizieren und entscheidende Faktoren zu identifizieren. Die Erkenntnisse könnten künftige Bemühungen zur Reduzierung von Plastikmüll und dessen Umweltbelastung maßgeblich beeinflussen.