KiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen unzureichende Lösungen für Personalmangel und Kostenexplosion
Sandro GuteKiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen unzureichende Lösungen für Personalmangel und Kostenexplosion
Kita-Einrichtungen und Träger in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen im Kinderbildungsgesetz (KiBiz)
In ganz Nordrhein-Westfalen demonstrieren Kindertagesstätten und Träger gegen die geplanten Reformen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz), die die Landesregierung für das kommende Jahr vorbereitet. Die Proteste, angeführt vom Trägernetzwerk WIR-KITAs, richten sich gegen Vorhaben, die nach Ansicht der Kritiker zentrale Probleme wie Personalmangel und steigende Kosten nicht lösen.
In Lennestadt versammelten sich rund 50 Kinder, Eltern und Erzieher:innen zu einer Kundgebung. Ihr Motto "Wir sind sprachlos!" bringt die Wut über die unzureichende Unterstützung in der frühen Kindheitsbildung auf den Punkt. Besonders belastend sind explodierende Energiekosten und ein massiver Fachkräftemangel, der viele Einrichtungen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit bringt.
Der Gesetzentwurf sieht ein umstrittenes "Kern- und Randzeiten-Modell" vor, das die Anwesenheitspflicht der Erzieher:innen auf nur fünf Stunden täglich begrenzen würde. Kritiker:innen aus der Sauerland-Region befürchten, dass dies die Betreuungsqualität verschlechtern wird. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens Saalhausen, warnt, dass die aktuellen Bedingungen das Personal demotivieren und eine angemessene Förderung der Kinder unmöglich machen.
Die Landesregierung hat für das kommende Kita-Jahr, das im August beginnt, zusätzliche 200 Millionen Euro zugesagt, um die Planungssicherheit für Familien zu verbessern. Doch Kathrin Lawicki, Vertreterin der Eltern, zweifelt an der Wirksamkeit dieser Mittel. Die Fördergelder hätten mit der Inflation nicht Schritt gehalten, sodass die im Januar eingeführte KiBiz-Reform die grundlegenden Probleme nicht löse, so Lawicki.
Sollten die neuen Regelungen verabschiedet werden, treten sie 2025 in Kraft. Die Proteste zeigen eine wachsende Unzufriedenheit mit den geplanten KiBiz-Änderungen. Erzieher:innen und Eltern befürchten, dass gekürzte Betreuungszeiten und unzureichende Finanzierung ein ohnehin überlastetes System weiter destabilisieren. Die zugesagten 200 Millionen Euro der Landesregierung dürften kaum ausreichen, um die tiefgreifenden Herausforderungen bei Personal und Kosten zu bewältigen.






