16 March 2026, 20:12

Knappes Wahl-Duell in Baden-Württemberg: Grüne siegen mit 30,2 % vor der CDU

Ein deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

Müller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - Knappes Wahl-Duell in Baden-Württemberg: Grüne siegen mit 30,2 % vor der CDU

Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg endet mit knappem Ergebnis – Grüne vorne, CDU dicht dahinter

Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg hat ein äußerst knappes Ergebnis gebracht: Die Grünen liegen mit 30,2 % knapp vor der CDU, die 29,7 % erreichte. Beide Parteien stellen nun jeweils 56 Abgeordnete im neuen Landtag, was die Regierungsbildung ungewiss macht. Unterdessen hat der Milchindustrielle und CSU-Mitglied Theo Müller mit der Forderung, die CDU solle eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD prüfen, eine Debatte ausgelöst – ein Vorstoß, den die CDU entschieden zurückweist.

Die Wahl markiert einen tiefgreifenden Wandel in der politischen Landschaft Baden-Württembergs. Die Grünen sicherten sich einen hauchdünnen Sieg mit 30,2 %, knapp vor der CDU mit 29,7 %. Die SPD erlebte einen historischen Einbruch und stürzte von 11,0 % (2021) auf nur noch 5,5 %, während die AfD mit 18,8 % zur drittstärksten Kraft aufstieg. FDP und Linke verfehlten den Einzug in den Landtag, sodass nur noch vier Parteien vertreten sind.

Da weder Grüne noch CDU allein regieren können, begannen umgehend Koalitionsgespräche. Ein Bündnis aus Grünen und SPD scheiterte knapp an der Mehrheit – es fehlte ein Sitz. Damit bleibt nur die Fortsetzung der seit 2016 regierenden schwarz-grünen Koalition. Die CDU jedoch lehnt jede Zusammenarbeit mit der AfD ab, trotz des starken Abschneidens der Rechtspopulisten.

Theo Müller, ein einflussreicher CSU-Politiker und Chef des Milchkonzerns Müller, drängt seit Längerem auf einen Kurswechsel. Er argumentiert, die CDU dürfe sich nicht mit einer Juniorpartner-Rolle neben Cem Özdemir, dem Grünen-Co-Vorsitzenden, abfinden. Müller schlug sogar eine "schwarz-blaue" Koalition aus CDU und AfD vor und lobte deren Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier. Seine Äußerungen reiht sich in frühere Kontroversen ein, etwa ein Treffen mit AfD-Co-Chefin Alice Weidel in Cannes.

Die CDU-Führung wies Müllers Vorschläge zurück und hält an der strikten Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD fest. Dennoch erhöht sein Vorstoß den Druck auf die Partei, die in einem zersplitterten Landtag nach Lösungen suchen muss.

Grüne und CDU stehen nun vor der Herausforderung, ihre Koalition nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen fortzusetzen. Mit der AfD als drittstärkster Kraft und der Weigerung der CDU, mit ihr zu verhandeln, sind die Optionen für eine stabile Regierungsbildung begrenzt. Müllers Forderung nach einem Strategiewechsel offenbart die tiefen Gräben in der deutschen Politik beim Umgang mit dem Rechtspopulismus.

Quelle