23 March 2026, 04:11

Kontroverse um Intendanten-Abschied am Neuen Theater Senftenberg – war es Politik?

Gemälde eines Theaterinneren mit einer prächtigen Decke mit detaillierten Designs und Skulpturen, verzierten Wänden mit Säulen, Geländern und Vorhängen und einem Teppichboden, mit einem zusätzlichen Gemälde oben.

Kontroverse um Intendanten-Abschied am Neuen Theater Senftenberg – war es Politik?

Das Neue Theater Senftenberg steht im Mittelpunkt einer Kontroverse, nachdem sein Intendant Daniel Ris keine Vertragsverlängerung erhalten hat. Sein Abschied erfolgt trotz einer erfolgreichen Amtszeit, in der er die Besucherzahlen steigerte und den Ruf des Theaters in der Region wiederbelebte. Über die Gründe für die Entscheidung wird weiterhin spekuliert – einige vermuten politische Spannungen in der von der AfD dominierten Gegend.

Ris übernahm 2020 die Intendanz und unterzeichnete einen Fünfjahresvertrag, der ursprünglich bis 2027 laufen sollte. Unter seiner Leitung verzeichnete die Neue Bühne Senftenberg steigende Zuschauerzahlen und höhere Eigenmittel. Sein mutiges Programm, darunter aufsehenerregende Saisoneröffnungen an historischen Stätten, brachte dem Theater überregionale Aufmerksamkeit.

Die jüngste Produktion in der Niederlausitz-Halle war eine beißende Satire über die militante Sportkultur in der DDR. Die Inszenierung karikierte den damaligen Leistungswahn, spielte auf Doping-Skandale an und hinterfragte die bedingungslose Hingabe an staatliche Ideale. Gleichzeitig löste sie eine lebhafte Debatte über die Rolle des Sports in der ostdeutschen Geschichte aus.

Doch im März 2023 entschieden sich Stadt und Landkreis gegen eine Vertragsverlängerung für Ris. Offizielle Vorwürfe wurden nicht öffentlich gemacht, doch es kursieren vage Behauptungen über Führungsprobleme und finanzielle Fehltritte – angeblich mit Kosten von 250.000 Euro. Bürgermeister Andreas Pfeiffer anerkannte zwar Ris' künstlerisches Talent, sprach sich aber für strukturelle Veränderungen aus und deutete damit auf tiefere Konflikte in der Region hin.

Ris selbst zeigt sich frustriert, bleibt jedoch auf seine Arbeit konzentriert. Er bereitet seine vierte Spielzeit vor und lotet gleichzeitig andere berufliche Möglichkeiten aus. Unterdessen wollen Stadt und Landkreis die Stelle des Intendanten neu ausschreiben – konkrete Reformen zur Trennung von künstlerischer und kaufmännischer Leitung stehen jedoch noch aus.

Unterstützer Ris' argumentieren, dass seine klare Haltung gegen rechtsextreme Politik und seine charismatische Art eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben könnten. Das Theater, einst ein kulturelles Zentrum in DDR-Zeiten, hat unter seiner Führung wieder an regionaler Strahlkraft gewonnen.

Die Zukunft des Neuen Theaters Senftenberg bleibt ungewiss, während die Suche nach einem neuen Intendanten beginnt. Ris' Abgang wirft Fragen zur künstlerischen Ausrichtung des Hauses und zum Einfluss lokaler Politik auf Kulturinstitutionen auf. Fürs Erste bleibt die Bühne ein Ort weiterer Debatten darüber, wie das Theater seine neu gewonnene Bedeutung bewahren kann.

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