03 February 2026, 14:11

Kretschmann lehnt Beamtenstatus für Lehrkräfte ab – und begründet es mit Kosten und Tradition

Ein Gemälde mit dem Titel "Die Lehrerklasse" von Rembrandt van Rijn, das eine Gruppe von Kindern in einem Raum mit einem Mann zeigt, der ein Buch hält, sowie einen Tisch mit verschiedenen Gegenständen links daneben und Fenster und eine Wand im Hintergrund.

Kretschmann hält wenig von dem Beamtenstatus für Lehrer - Kretschmann lehnt Beamtenstatus für Lehrkräfte ab – und begründet es mit Kosten und Tradition

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich gegen den Beamtenstatus für Lehrkräfte in Deutschland ausgesprochen. Er argumentiert, dass das bestehende gemischte System – mit sowohl angestellten als auch verbeamteten Pädagoginnen und Pädagogen – gut funktioniere und keiner Reform bedürfe. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatte über die Beschäftigungsverhältnisse von Lehrkräften in ganz Deutschland.

Kretschmann wies Forderungen nach einer Änderung des aktuellen Systems zurück und bezeichnete die Diskussion als überflüssig. Er verwies darauf, dass frühere Versuche, den Beamtenstatus abzuschaffen, gescheitert seien, und nannte als Beispiel die Erfahrungen Schleswig-Holsteins in den 1990er-Jahren. Ein solcher Schritt wäre seiner Meinung nach zu kostspielig für die Haushalte der Bundesländer und stoße zudem auf fehlende politische Unterstützung in anderen Bundesländern.

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Der Ministerpräsident betonte zudem, dass angestellte Lehrkräfte ihre Aufgaben bereits effektiv erfüllten. Einen zwingenden Grund, am Beamtenstatus festzuhalten, sehe er trotz der langjährigen Tradition in einigen Bundesländern nicht.

Die Rückkehr Schleswig-Holsteins zum Beamtenstatus für Lehrkräfte im Jahr 2001 hatte spürbare Verbesserungen mit sich gebracht. Die Gehälter stiegen deutlich – bis 2025 wird inflationsbereinigt ein reales Lohnplus von etwa 20 bis 30 Prozent erwartet. Auch die Arbeitsbedingungen verbesserten sich: kleinere Klassen, bessere digitale Ausstattung und eine stärkere Absicherung der Altersvorsorge. Dies stand in krassem Gegensatz zum vorherigen vertragsbasierten System (1995–2001), das durch stagnierende Löhne und Arbeitsplatzunsicherheit geprägt war.

Kretschmanns Haltung deutet darauf hin, dass in Baden-Württemberg vorerst keine Änderungen an den Beschäftigungsstrukturen für Lehrkräfte geplant sind. Das aktuelle Modell, das angestellte und verbeamtete Kräfte kombiniert, wird voraussichtlich beibehalten. Seine Aussagen spiegeln zudem die übergeordneten finanziellen und politischen Herausforderungen wider, die mit einer Reform der Lehrkräfteverträge in ganz Deutschland verbunden wären.