Kuss in der Therme löst Diskriminierungsdebatte nach viralem Influencer-Video aus
Gretel BirnbaumKuss in der Therme löst Diskriminierungsdebatte nach viralem Influencer-Video aus
Ein virales Video hat die Debatte über Diskriminierung neu entfacht, nachdem ein französisches Influencer-Paar behauptet, aus einer deutschen Thermenlandschaft geworfen worden zu sein – nur weil sie sich küssten. Arno und Léo, die online eine große Fangemeinde haben, veröffentlichten Aufnahmen, die ihre emotionale Aufforderung zum Verlassen des Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt zeigen. Der Vorfall, der sich Mitte März 2026 ereignete, wurde seitdem Millionenfach aufgerufen und löste in den sozialen Medien eine Welle der Empörung aus.
Das Paar behauptet, man habe ihnen mit Polizeieinsatz gedroht und sie aufgefordert, die Therme sofort zu verlassen, nachdem sie sich geküsst hätten. In einem weit verbreiteten Videoanruf ist Léo sichtlich aufgewühlt zu sehen, wie er unter Tränen mit seiner Mutter spricht. Ihre Schilderung deutet auf Diskriminierung hin – ein Vorwurf, der bei Tausenden Kommentator:innen auf Instagram und TikTok auf Resonanz stieß. Viele warfen der Therme vor, homophob gehandelt zu haben.
Jochen Brugger, der Geschäftsführer des Badeparadieses, widerspricht dieser Darstellung vehement. Er besteht darauf, dass das Paar wegen "wiederholter Verstöße gegen Haus- und Badeordnungen" entfernt wurde, gibt jedoch keine konkreten Details zu den angeblichen Regelbrüchen an. Brugger betonte zudem, die Einrichtung heiße alle Gäste willkommen – unabhängig von deren Lebensweise.
Die widersprüchlichen Aussagen lassen zentrale Fragen offen. Während das Paar jede Schuld von sich weist und lediglich den Kuss als Grund nennt, beharrt die Therme darauf, dass die Entfernung auf Regelverstöße zurückging. Da das deutsche Recht Diskriminierung verbietet, erhält die öffentliche Empörung zusätzliche rechtliche Brisanz.
Unterstützer:innen von Arno und Léo haben die sozialen Medien mit Forderungen nach einer lückenlosen Aufklärung geflutet. Hashtags, die das Vorgehen der Therme verurteilen, trendeten tagelang – Nutzer:innen teilten eigene Diskriminierungserfahrungen und forderten Konsequenzen.
Der Streit bleibt vorerst ungelöst, da es keine unabhängige Bestätigung dafür gibt, was genau zur Entfernung des Paares führte. Der Vorfall hat jedoch bereits eine breitere Diskussion über Gleichberechtigung und die Durchsetzung von Antidiskriminierungsgesetzen in öffentlichen Räumen ausgelöst. Die Behörden haben sich bisher nicht dazu geäußert, ob es eine offizielle Überprüfung geben wird.






