Letzter Illerkirchberg-Täter nach Afghanistan abgeschoben – neues Abkommen mit Taliban wirkt
Selma SchmiedtLetzter Illerkirchberg-Vergewaltiger abgeschoben - Letzter Illerkirchberg-Täter nach Afghanistan abgeschoben – neues Abkommen mit Taliban wirkt
Der letzte noch verbliebene Täter im Fall der Gruppenvergewaltigung einer Minderjährigen 2019 in Illerkirchberg ist nach Afghanistan abgeschoben worden. Er gehörte zu 20 afghanischen Straftätern, die mit einem Charterflug von Leipzig nach Kabul gebracht wurden. Die Aktion markiert die erste direkte Abschiebung im Rahmen eines neuen bilateralen Abkommens mit den Taliban.
Der Verurteilte war zuvor wegen seiner Beteiligung an der Tat zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Mit seiner Abschiebung ist das juristische Verfahren gegen alle Beteiligten des Illerkirchberg-Falls abgeschlossen.
An Bord des Fluges befanden sich zudem zwei weitere Verurteilte aus Baden-Württemberg. Unter den 20 Abgeschobenen waren Täter, die wegen sexualisierter Gewalt, Körperverletzung und Drogendelikten verurteilt worden waren.
Anders als bei früheren Abschiebungen wurde dieser Transfer direkt mit den Taliban-Behörden vereinbart. Kein Drittland fungierte als Vermittler – es handelt sich um den ersten Flug dieser Art auf Grundlage der neuen Vereinbarung.
Die Abschiebung beendet die rechtlichen Schritte im Fall Illerkirchberg. Alle verurteilten Täter haben Deutschland inzwischen verlassen. Künftige Abschiebungen könnten nach demselben bilateralen Verfahren mit Afghanistan erfolgen.
