Mario Voigt verliert Doktortitel – doch die CDU hält zu ihrem umstrittenen Spitzenmann
Selma SchmiedtCDU-Präsidium: Voigt wieder in Vertretung gewählt - Mario Voigt verliert Doktortitel – doch die CDU hält zu ihrem umstrittenen Spitzenmann
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt gerät zunehmend unter politischen Druck, nachdem die Technische Universität Chemnitz ihm den Doktortitel aberkannt hat. Die Entscheidung folgt auf langjährige Plagiatsvorwürfe, die erstmals im Februar 2024 erhoben wurden und sich bis Anfang 2026 zu breiter Kritik zugespitzt haben. Trotz der Kontroverse bleibt Voigt eine zentrale Figur im Führungsgremium der CDU.
Der Skandal erreichte im Januar 2026 einen Höhepunkt, als die TU Chemnitz Voigt offiziell den Doktorgrad entzog. Kritiker wie der AfD-Vorsitzende Björn Höcke brandmarkten ihn als Betrüger und forderten seinen sofortigen Rücktritt. Die Linke zeigte sich zurückhaltender und wartet zunächst den Ausgang gerichtlicher Verfahren ab, bevor sie weitere Schritte einleitet. Medien bezeichneten die Aberkennung als "politische Bombe", während die öffentliche Reaktion – etwa in Leserkommentaren des Focus – jeden Versuch einer Verharmlosung der Angelegenheit vehement zurückwies. Stattdessen wurde die Affäre mit grundsätzlichen Zweifeln an Voigts Glaubwürdigkeit und der Integrität der CDU verknüpft.
Mitten in der Krise sicherte sich Voigt auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart die Wiederwahl in den Bundesvorstand. Er bedankte sich bei seinen Unterstützern und kündigte an, sich auf eine einigende und handlungsorientierte Politik zu konzentrieren. Nur wenige Tage später überstand er ein von der rechtspopulistischen AfD Anfang Februar eingeleitetes Misstrauensvotum im Thüringer Landtag. Obwohl der Ausgang seine politische Position stärkte, konnte er die anhaltende Debatte damit nicht zum Verstummen bringen.
Trotz der jüngsten politischen Bewährungsproben bleibt Voigts Position brüchig. Der Verlust des Doktortitels und die anhaltenden Vorwürfe haben Zweifel an seiner Führungsfähigkeit geschürt. Zwar behält er vorerst seine Ämter in der CDU und der Thüringer Landesregierung – doch von einer Beruhigung der Lage ist nichts zu spüren.
