Merz’ peinlicher Fauxpas beim G20: Wie ein Satz die Diplomatie mit Lula erschütterte
Selma SchmiedtMerz’ peinlicher Fauxpas beim G20: Wie ein Satz die Diplomatie mit Lula erschütterte
Friedrich Merz geriet nach einem verbalen Fauxpas bei einem Treffen mit Brasiliens Präsident Lula beim G20-Gipfel in Johannesburg in die Kritik. Der Wortwechsel sorgte für Aufsehen. Auslöser war Merz' direkter Tonfall, als er Lula gegenüber angeblich sagte: "Lassen Sie mich Ihnen erklären, wie die Dinge wirklich liegen." Der brasilianische Bundespräsident konterte daraufhin, der deutsche Politiker hätte stattdessen Brasilien besuchen sollen, um das Essen und den Tanz des Landes zu genießen. Merz reagierte laut Berichten mit einer beiläufigen Bemerkung – "Super, beim nächsten Mal gehen wir zusammen tanzen!" –, die bei manchen als taktlos ankam. Das Treffen fand zwischen dem 22. und 23. November 2025 statt, wobei Merz auch Gespräche mit Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa führte. Offizielle Stellen deuteten diese später als Teil umfassender Bemühungen um Solidarität, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit. Journalisten, die Merz verteidigten, argumentierten, sein unvorbereiteter Stil sei zwar holprig, aber immerhin authentischer als auswendig gelernte politische Reden. Kritiker verwiesen dagegen auf die gekonnte Ansprache des ehemaligen US-Präsidenten Obama vor dem britischen Parlament als besseres Beispiel dafür, wie man Klischees vermeidet, ohne zu verletzen. Die Kontroverse brachte zudem eine alte Legende wieder ins Spiel: Ein "Der Spiegel"-Artikel hatte einst fälschlich behauptet, der ehemalige Bundespräsident Heinrich Lübke habe zu Königin Elizabeth II. gesagt: "Gleich geht's los." Später stellte sich heraus, dass der Satz eine Erfindung des Korrespondenten Ernst Goyke war. Trotz der anfänglichen Spannungen betonte Merz' Team, dass das Gespräch mit Lula schließlich in einem 40-minütigen, lockeren und freundschaftlichen Austausch geendet habe – ein Kontrast zum ursprünglichen Ton. Der Vorfall zeigte die Risiken ungefilterter Diplomatie auf, während Merz' Unterstützer seine Offenheit lobten. Zwar blieb es ohne formelle Konsequenzen, doch die Bemerkung machte deutlich, wie schnell beiläufige Äußerungen sachpolitische Debatten überlagern können. Vertreter beider Seiten spielten die Reibereien später herunter und lenkten den Fokus auf die gemeinsamen G20-Ziele.
