31 May 2026, 10:10

Mieter zahlen mehr für immer weniger Wohnfläche in Deutschlands Großstädten

Mieten in Wiesbaden: Weniger Wohnraum für 1000 Euro

Mieter zahlen mehr für immer weniger Wohnfläche in Deutschlands Großstädten

Mieter in Deutschlands Großstädten bekommen für denselben Preis deutlich weniger Wohnfläche als noch vor zwei Jahren. Eine aktuelle Studie des Immobilienportals Immowelt zeigt: Für 1.000 Euro Kaltmiete gibt es in nahezu allen urbanen Gebieten deutlich weniger Quadratmeter als noch 2022. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in Berlin, München und dem Ruhrgebiet, wo schrumpfende Wohnflächen längst zur Normalität geworden sind.

Die Lage hat sich seit 2020 weiter verschärft – in 60 von 80 untersuchten Städten ist die verfügbare Wohnfläche für bezahlbare Mieten um mindestens zehn Prozent gesunken. Experten warnen: Ohne Gegenmaßnahmen wird sich das Problem verschlimmern, da Baukosten, Zinsen und Migrationsdruck weiterhin steigen.

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In Berlin erhalten Mieter für 1.000 Euro Kaltmiete heute 16 Quadratmeter weniger als noch 2022. Die Hauptstadt steht damit nicht allein da – auch in München frisst die Miete einen immer größeren Teil des Haushaltsbudgets auf, während die Wohnfläche schrumpft. Immowelt-Chef Theo Mseka bezeichnete die Situation in den Großstädten als „alarmierend“ und betonte, wie rasant sich die Bezahlbarkeit verschlechtert habe.

Am stärksten betroffen ist das Ruhrgebiet. In Gelsenkirchen war der Rückgang am dramatischsten: Für 1.000 Euro gibt es heute 29 Quadratmeter weniger als 2022. Andere Städte der Region folgen dichtauf – ein Zeichen für die flächendeckende Wohnungsnot in der Region.

Auch Wiesbaden hat seit 2022 9,9 Prozent seiner bezahlbaren Wohnfläche verloren: Statt früher 91 Quadratmeter sind es nun nur noch 82 für dieselbe Miete. Hamburg und Mainz verzeichnen ebenfalls Rückgänge um 12 bzw. neun Quadratmeter. Das Muster wiederholt sich bundesweit: Steigende Baukosten, Instandhaltungskosten und Zinsen treiben die Mieten in die Höhe.

Hinzu kommen der „Überlaufeffekt“ und der „Nachholeffekt“. Weil immer mehr Menschen aus teuren Städten in günstigere Regionen abwandern, steigt dort die Nachfrage – und mit ihr die Mieten. Dieser Kreislauf verringert das Angebot weiter und macht es für Mieter noch schwieriger, passenden Wohnraum zu finden.

Die Studie offenbart einen klaren Trend: Mieter zahlen mehr für weniger Wohnfläche – und eine Entspannung ist nicht in Sicht. Ohne gezielte Maßnahmen zur Senkung der Baukosten und zur Steigerung des Wohnungsangebots wird sich die Spirale aus schrumpfenden Flächen und steigenden Mieten weiterdrehen. Städte wie Berlin, Gelsenkirchen und Wiesbaden zeigen, wie schnell Bezahlbarkeit erodiert, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Quelle