Nouripour kritisiert Deutschlands passive Iran-Politik und fordert mehr Initiative
Sandro GuteNouripour kritisiert Deutschlands passive Iran-Politik und fordert mehr Initiative
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und außenpolitischer Experte der Grünen, hat sich kritisch zur aktuellen Iran-Politik Deutschlands geäußert. Er wirft der Bundesregierung vor, durch ihre passive Haltung in zentralen Fragen eher zu reagieren als zu führen.
Nouripour verwies auf die eskalierenden Spannungen in der Straße von Hormus, wo der Iran wiederholt zivile Frachtschiffe angegriffen habe. Die Lage bezeichnete er als inakzeptabel, warnte jedoch davor, dies automatisch als Bruch einer offiziellen Waffenruhe zu werten.
Der Grünen-Politiker übt zudem scharfe Kritik an Außenminister Johann Wadephul (CDU), dem er vorwirft, nicht entschlossen genug zu handeln. Nouripour zufolge geht der Iran mittlerweile davon aus, in Verhandlungen die Oberhand zu haben – gestärkt durch das Überdauern des Regimes.
Als Gegenmaßnahme fordert er die europäischen Staaten, die direkt von den iranischen Aktionen betroffen sind, auf, eigenständige Initiativen zu ergreifen. Statt auf umfassende Abkommen zu warten, solle es neue diplomatische Bemühungen geben – vorangetrieben von jenen Ländern, die am stärksten betroffen sind.
Nouripours Äußerungen spiegeln die Unzufriedenheit mit der bisherigen Iran-Strategie Deutschlands wider. Ohne proaktivere Schritte, so seine Warnung, werde sich das Machtgefälle weiter zugunsten des Irans verschieben. Der Appell zu erneuten Verhandlungen unterstreicht dabei die Sorgen um regionale Sicherheit und diplomatischen Einfluss.






