18 March 2026, 06:13

Oktoberfest aus Anwohnersicht: Chaos statt Charme für Münchner wie Martin Stanek

Eine Menge geht eine Straße entlang, die mit Zelten, Fahrzeugen und Bäumen gesäumt ist, auf einen Bogen unter einem klaren blauen Himmel zu, mit Fahnenmästen auf der linken Seite.

Oktoberfest aus Anwohnersicht: Chaos statt Charme für Münchner wie Martin Stanek

Für den Münchner Martin Stanek bedeutet das Leben in der Nähe des Oktoberfestgeländes jedes Jahr wochenlanges Chaos im Herbst. Die weltberühmte Wiesn bringt Menschenmassen, Lärm und Dreck in sein Viertel – und gelegentlich auch unerwartete Promi-Sichtungen. Doch für Stanek überwiegen die Nachteile bei Weitem den Reiz des Neuartigen: Betrunkene Besucher, Vandalismus und öffentliches Urinieren direkt vor seiner Haustür prägen seinen Alltag während des Festes.

Offiziell dauert das Oktoberfest 16 bis 18 Tage, beginnend Ende September und endend am ersten Sonntag im Oktober. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1810 zurück, als die Hochzeitsfeier von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese auf der Theresienwiese die Tradition begründete. Über zwei Jahrhunderte später zieht das Fest noch immer Millionen an – für Anwohner wie Stanek bedeutet es jedoch wochenlange tägliche Störungen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Stanek berichtet, wie er über betrunkene Feiernde steigen muss, die auf Gehwegen liegen, und wie er Urin vor seiner Tür vorfindet. Er ist entsetzt über Besucher, die ihr Geschäft in der Öffentlichkeit verrichten oder Blumenkübel aus Gärten reißen. Zerbrochene Glasflaschen übersäen die Straßen, und der Versuch eines Nachbarn, seinen Vorgarten abzuzäunen, scheiterte kläglich. Selbst gelegentliche Promi-Sichtungen – etwa der Kaulitz-Brüder oder angetrunkener Fußballer – mildern seine Verärgerung kaum.

Der erste Montag nach der Wiesn fühlt sich für Stanek wie eine Erlösung an, auch wenn er ein leichtes Wehmutsgefühl zugibt. Dennoch fordert er strengere Maßnahmen: mehr Polizeistreifen, bessere Verkehrsregelungen und klarere Vorschriften zum Schutz der Anwohner. Trotz des städtischen Online-Meldeportals machmuenchenbesser.de hat er noch keine Beschwerden eingereicht – doch die Probleme wiederholen sich Jahr für Jahr.

Staneks Erlebnisse zeigen die weniger glamouröse Seite des Oktoberfests für diejenigen, die direkt neben dem Geschehen leben. Während das Fest Münchens weltweiten Ruf stärkt, müssen die Anwohner wochenlange Beeinträchtigungen ertragen – mit nur begrenzten Lösungsansätzen. Ohne konsequentere Kontrollen bleibt das Gleichgewicht zwischen Feierlaune und Rücksicht auf die Nachbarschaft einseitig.

Quelle