Operette feiert überraschendes Comeback beim internationalen Nachwuchswettbewerb
Selma SchmiedtOperette feiert überraschendes Comeback beim internationalen Nachwuchswettbewerb
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller endet mit bemerkenswertem Trendwechsel
Der 10. Internationale Wettbewerb für junge Künstler der Operette und des Musiktheaters ist mit einer deutlichen Verschiebung der Trends zu Ende gegangen. Über hundert Bewerber aus Russland, Belarus und Usbekistan nahmen teil und präsentierten eine Mischung aus klassischen und modernen Darbietungen. In diesem Jahr gewann die Operette wieder an Boden – erstmals seit längerer Zeit gab es mehr Einsendungen in dieser Kategorie als im Bereich Musical.
Mit 56 Operettenaufführungen gegenüber 50 Musical-Beiträgen kehrte sich ein langjähriger Trend um. Georgi Isaakjan, Jurymitglied, lobte die Operettenteilnehmer für ihren frischen Ansatz und bezeichnete ihre Arbeit als "einen Schritt vorwärts für das Genre". Er betonte, dass die Operette – ähnlich wie die Oper – eine klassische Kunstform bleibe, die kontinuierliche Förderung und innovative Impulse brauche.
Maxim Isaakowitsch, ein erfahrener Teilnehmer, beobachtete im Laufe der Jahre eine Veränderung der Dynamik. Während das Musiktheater früher dominiert habe, sei in diesem Jahr die Präsenz der Operette stärker gewesen, so Isaakowitsch. Gleichzeitig mahnte er, allen Künstlern Aufmerksamkeit zu schenken, da Talent nicht immer sofort erkennbar sei.
Ein Großer Preis des Wettbewerbs wurde in diesem Jahr nicht vergeben – ein seltener Fall in der Geschichte des Wettbewerbs, der bisher nur einmal verliehen wurde. Stattdessen gab es eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Auszeichnungen, darunter Sonderpreise, benannte Ehrungen und einen "Erfolgreichen Debütpreis", der von früheren Gewinnern ausgewählt wurde. Besonders hervor taten sich Teilnehmer von Musikhochschulen, die oft in klassischen Formen ausgebildet sind und unter anderem Arien von Donizetti, Rossini und Mozart darboten.
Zum zehnjährigen Jubiläum zeigte der Wettbewerb eine größere internationale Ausrichtung und ein erneuertes Interesse an der Operette. Die ungewöhnlich hohe Zahl an Preisträgern spiegelte das hohe Niveau der Darbietungen wider. Künftige Ausgaben des Wettbewerbs werden voraussichtlich weiterhin Tradition und künstlerische Weiterentwicklung in Einklang bringen.






